Zukunftswerkstatt

Experten diskutierten Zukunft von Bio-Produkten


Bio-Produkte erobern den Massenmarkt. Geht diese Entwicklung mit einem Qualitäts- und Vertrauensverlust einher? Das haben Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter kürzlich auf einer Tagung diskutiert, zu der das Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) in Münster eingeladen hatte. 


Thema der Veranstaltung: „Was kommt nach Bio? - Wer sind die Pioniere der Zukunft?". Für Paul Söbbecke waren die Antworten klar: „Nach Bio kommt Bio." Allerdings, so der Geschäftsführer der Molkerei Söbbeke, „waren wir damals die Bio-Pioniere, bevor Bio unverhofft zum Mainstream wurde. Jetzt müssen wir wieder Pioniere sein, wenn es darum geht, ein neues Bio zu definieren." Ein Lösungsansatz sei, das Label Bio transparenter zu machen.

Attribute wie „keine Massentierhaltung" oder „keine Verwendung von chemischen Düngern" dürften nicht unter einem vagen Oberbegriff verwischen. Jörg Bartel von dem Unternehmen Westfleisch eG plädierte für eine Akzentverschiebung auf Nachhaltigkeit. Nach seiner Auffassung sei die nur gegeben, wenn auch Kriterien wie Tierschutz, Umweltschutz und Lohngefüge bei den Mitarbeitern eine Rolle spielen.

Um Nachhaltigkeitslabels ging es auch in weiteren Diskussionen, ebenso um ernährungsabhängige Erkrankungen und Kostendruck. Einigkeit bestand darin, dass die Verbraucher nicht nur Bioprodukte haben wollen, sondern ihre Ansprüche wachsen werden – an Vertrauen, Natürlichkeit, regionale Angebote, Nachhaltigkeit und Vielfalt.


https://www.fh-muenster.de/isun/index.php

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