Düsseldorf

Experten diskutierten über Chancen und Risiken von Bio

Rund 50 Betriebs- und Küchenleiter aus NRW informierten sich Anfang Oktober auf einem Bio-Infomarkt in der WestLB in Düsseldorf über erfolgreiches Bio-Marketing in Großküchen und Gastronomie. Resümee der Veranstaltung: Die Nachfrage nach Bio ist größer als je zuvor. Jetzt gilt es, die potentiellen Käufergruppen mit einer zielgruppengerechten Kommunikation für biologische Lebensmittel zu gewinnen. Sabine Jörg von der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH stellte dazu eine Studie der CMA vor, in der potenzielle Käufergruppen für Bio-Lebensmittel nach Sinus-Milieus definiert werden. Überraschend war für die Teilnehmer, dass danach rund 44 Prozent der Bevölkerung als potenzielle Bio-Kunden auch für die Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie in Frage kommen. Bio. Mir zuliebe lautet folgerichtig die neue Botschaft der Bio-Kommunikation bei der CMA. Dass diese Botschaft auch in GV und Gastronomie den Nerv der Zeit und den Wünschen der Gäste entspricht, bestätigten die Teilnehmer einer von Rainer Roehl vom ÖGS moderierten Diskussionsrunde. Eine Bio-Kommunikation, die allein das Umweltbewusstsein der Gäste anspricht, greife zu kurz und spreche nur die Überzeugten an. "Zukünftig müsse vielmehr der Nutzen für die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden hervorgehoben werden", so Evelyn Beyer-Reiners von der SV (Deutschland) GmbH. Walter Pielmeier, Verpflegungsleiter bei der DuPont Performance Coatings GmbH in Wuppertal bestätigte diese Auffassung, betonte aber gleichzeitig, dass den Verantwortlichen in den GV-Betrieben die Verwendung von Bio-Produkten einfacher gemacht werden müsse. Vor allem die Logistik sei noch verbesserungswürdig. Nach den Erfahrungen von Gerald Brunnert, seit 25 Jahren Küchenleiter in der Evangelischen Tagungsstätte Haus Ortlohn, geht es zukünftig vor allem darum, Bio-Lebensmittel in einfache, traditionelle Gerichte zu verpacken und diese modern interpretiert und saisonal ausgerichtet anzubieten. Ullrich Langhoff, Geschäftsführer des Restaurants Lippeschlösschen und beim Dehoga NRW für Umweltfragen zuständig, hob die Bedeutung eines regional orientierten Einkaufs hervor. Regionale Produkte ließen sich zum einen gut kommunizieren und zum anderen bestehe die Gefahr, dass die Gastronomie ohne Einbindung in die regionale Wirtschaft einen der wichtigsten Grundpfeiler für ein zukunftsorientiertes Marketing verliert. Folgt man Burkart Schmid, Chefredakteur der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis, müssen GV-Einrichtungen zukünftig den Spagat zwischen Kostensenkung und Qualitätssteigerung schaffen. Hört sich zunächst paradox an, lässt sich aber bei einer Vereinfachung des Angebotes und Berücksichtigung regionaler und saisonaler Vorgaben durchaus erreichen. Nähere Infos unter www.naturaufdemteller.de oder unter Fon 069/977 819-29

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