Kongress

Experten erörtern Mangelernährung im Krankenhaus


Ein optimales Ernährungsmanagement in Kliniken – insbesondere bei mangelernährten Patienten – steht im Fokus des Hauptstadtkongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) vom 16. bis 18. September 2010 in Berlin.
 
Bundesweit sind schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen mangelernährt. In Krankenhäusern leiden einer Studie zufolge über 27 Prozent aller Patienten an einer mäßigen bis schweren Fehl- und Mangelernährung. Auf Krebsstationen sind demnach 38 Prozent schlecht versorgt, auf geriatrischen Stationen sogar 56 Prozent.
Hinter dem Problem können viele Ursachen stecken. „Gerade alte Menschen mit geistiger Beeinträchtigung achten oft wenig auf die Einnahme regelmäßiger Mahlzeiten“, erläutert Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Leiterin des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin (EGZB). Aber auch Zahnprobleme oder Schluckstörungen können das Essen erschweren.
 
„Diese mangelernährten Senioren erholen sich schlechter von Krankheiten“, so Steinhagen-Thiessen. Denn das Nährstoff- und Energiedefizit könne Blutwerte und Organfunktionen verändern, die Wundheilung stören, Infektionen fördern oder Stürze begünstigen. Eine nicht bedarfsgerechte Ernährung verlängert einer Studie zufolge die Dauer eines Aufenthalts im Krankenhaus um durchschnittlich 43 Prozent.
 
„Daher müssen wir den Ernährungszustand gefährdeter Patienten sorgfältig erfassen“, sagt Steinhagen-Thiessen, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Wie ein optimales Ernährungsmanagement in Kliniken gelingt und welche Erfolge Berliner Ärzte mithilfe des sogenannten „NutriManagers“ bereits erzielt haben, ist Thema auf dem Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin vom 16. bis 18. September 2010 in Berlin.
 
www.hai2010.de



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