GGKA

Fachverband warnt vor improvisierter Schulverpflegung

Abitur nach zwölf Schuljahren und die verstärkte Forderung nach Ganztagsschulen sind mittlerweile wichtige Themen bei Landtagswahlen. Doch für den Fachverband Gastronomie- und Großküchen-Ausstattung (GGKA) geht es nicht um Politik, sondern um die richtigen Rahmenbedingungen für eine gesunde Verpflegung in Schulen. Der Grund: Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes erleben täglich, wie unbeholfen dieses Thema in die Praxis umgesetzt wird. Nicht die Kommunen sehen sich in der Pflicht, für eine gesunde Mittagsverpflegung der Kinder und Jugendlichen zu sorgen, vielmehr werde dies oft Elterninitiativen überlassen. Die Konsequenz: Es wird improvisiert, die Speiseverteileinrichtungen sind weder attraktiv, noch in jedem Fall hygienisch einwandfrei und die Atmosphäre zum Essen unterstützt den Genuss wenig. Obwohl in den kürzlich vom Verbraucherministerium veröffentlichten „Qualitätsstandards für die Schulverpflegung“ ein heller Essensraum, ein freundliches, ansprechendes Ambiente und eine geräuschmindernde Umgebung gefordert wird. „Im Bewusstsein der Initiatoren sind die systematische und fachgerechte Planung nicht ausreichend verankert“, wie der Vorsitzende des Fachverbandes, Rudolf Lacher, aus eigener Erfahrung feststellt. Die Kommunen sind mangels Fachleuten kaum in der Lage, die Schulen in der Planung zu unterstützen, die finanziellen Mittel sind meist zu knapp bemessen und es fehlt am Bewusstsein, dass die Infrastruktur für die Mittagsverpflegung genau so sorgfältig geplant und ausgeführt sein muss wie bei Kantinen und Mensen. Der Fachverband fordert ein neues Bewusstsein von Politik und Kommunen. „Wir können nicht akzeptieren, dass die Schulverpflegung einen niedrigeren Stellenwert haben soll, als die gemeinschaftliche Verpflegung beispielsweise von Studenten und Senioren“, so Lacher. Sollte eine sofortige, solide Einrichtung an Schulen nicht möglich sein, warnt der Verband vor Improvisationen. Hier sollten Schulen besser mit Leihgeräten und Containerküchen arbeiten und für einige Monate Miete zahlen, als sich ohne Beratung und mit zu kleinem Budget von Discountanbietern Notlösungen andrehen zu lassen.


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