Bahnhofsbetriebe

Faire Mietpreise gefragt

Die Bahnhofsunternehmer appellieren an die Deutsche Bahn, in Sachen Mietpreise Fairness walten zu lassen und die Mieter in der anhaltend schwierigen Zeit finanziell nicht zu überfordern. Beim Jahreskongress der Union Deutscher Bahnhofsbetriebe im September warnte der Unions-Vorsitzende Manfred Wiese vor der Tendenz, statt eines ausgewogenen Branchenmixes dem Prinzip des höchsten Mietangebotes den Vorzug zu geben: "Die Folgen: Reduzierung der Angebotsvielfalt und Überangebot in verschiedenen Produktbereichen." Dies nütze weder dem Mieter noch dem Vermieter: "Überzogene Mieterwartungen bedrohen Existenzen." Gastronomen und Einzelhändler am Standort Bahnhof müssten "Vertrauen in eine vernünftige, beständige und nachvollziehbare Vermietungspolitik der Bahn" haben können, stellte Wiese klar. Nach erfolgreich umgesetzten Modernisierungsprogrammen der Deutschen Bahn - samt dem kreativen Engagement der Betreiber -, die aus Bahnhöfen vielerorts moderne Erlebniscenter gemacht hätten, sei diese positive Entwicklung angesichts von Konjunkturflaute, Verbraucherverunsicherung und Kostendruck nun in Gefahr. Überdies stellten Ladenschluss-Liberalisierung, C-Store-Boom, Dosenpfand & Co. gerade für die Bahnhofs-Unternehmer zusätzliche Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund richtete der Unions-Vorsitzende die Aufforderung an die Politik sowie den Bund als Bahn-Eigentümer, speziell die Anliegen kleiner und mittelständischer Bahnhofsbetriebe stärker zu berücksichtigen als bisher und diskriminierende Wettbewerbsbedingungen zu korrigieren. Fast 100 Unternehmer der Bahnhofsgastronomie und es Bahnhofshandels kamen zum Jahreskongress der Union Deutscher Bahnhofsbetriebe in Hamburg zusammen. Hinter der Union - ein Zusammenschluss der Fachabteilung Bahnhofsgastronomie im Dehoga und des Verbandes des Deutschen Bahnhofshandels e.V. - stehen 400 Mitgliedsunternehmen. Vertreten sind sowohl nationale Ketten und Systemer als auch kleine und mittelständische Einzelbetreiber - sie repräsentieren insgesamt 80 % des in deutschen Bahnhöfen getätigten Umsatzes. www.udbb.de

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