Maredo

Fall demnächst vor Gericht

Voraussichtlich im April wird ein komplexer Betrugsfall im Maredo-Restaurant Frankfurt am Main/Fressgass bei der Staatsanwaltschaft auf der Tagesordnung stehen. Die Ermittlungen gegen fast 20 wegen Betrugs und Diebstahls beschuldigte Mitarbeiter laufen, die erstatteten Anzeigen werden unter folgendem Aktenzeichen geführt: AZ 860 Js 70579/11. Der Strafantrag wurde bereits Ende November 2011 gestellt.

Seit mehreren Wochen findet stets samstags eine genehmigte Demonstration der Gewerkschaft vor dem Restaurant statt. Viele Anschuldigungen an Maredo speziell, aber auch an die Systemgastronomie als Ganzes – maximal mittelstarke Aufmerksamkeit der Passanten.

In stark verkürzter Fassung hat der Fall aus Maredo-Sicht folgenden Hergang:

Im betreffenden Betrieb sind schon längere Zeit Unregelmäßigkeiten – auch im Vergleich mit anderen Restaurants – aufgefallen. Als sich ehrliche Mitarbeiter an die Zentrale gewandt und konkrete Beobachtungen geschildert haben, wurden die Dinge überprüft. Man war schockiert.

Es wurde in großem Umfang gestohlen und Essen nicht boniert. Zwecks zweifelsfreiem Beweis hat das Unternehmen dann vorübergehend Kameras eingesetzt – ausschließlich in Bereichen, die Gästen nicht zugänglich sind.

Bei der Materialauswertung stellte sich heraus, dass an mehreren 1.000 Fällen von Diebstahl insgesamt 32 Mitarbeiter beteiligt waren – angeführt durch den dreiköpfigen Betriebsrat.

Ergebnis: Vertrauensverhältnis zu den Betroffenen zerstört – ganz unabhängig von einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden, so die Zentrale.

Am 26. November 2011 dann wurden die Konsequenzen gezogen. Man hat die Restaurant-Mannschaft mit den Entdeckungen konfrontiert.

Einige räumten ihre Taten ein und kündigten selbst (insgesamt 13 Eigenkündigungen), hier wurde auf Strafanzeige verzichtet bzw. diese zurückgezogen, damit die Betroffenen ihre Zukunft nicht vollkommen verbauen.

Für 19 verbliebene beschuldigte Mitarbeiter wurde am 29. November dann Strafantrag gestellt.

„Wir bei Maredo gehen in keinem Fall gegen Betriebsräte an sich vor, sondern nur gegen Personen, die uns bestehlen und belügen. So hat der Richter des Arbeitsgerichtes Frankfurt uns auferlegt, alle Unterlagen und Beweismittel inklusive der Videos für die anstehenden Gerichtstermine bereitzuhalten.

Dieser Vorgang ist in der über 40-jährigen Geschichte von Maredo einmalig, und wir gehen davon aus, dass es auch ein trauriger Einzelfall bleibt.

Wir sind in der Branche als vorbildlicher Arbeitgeber bekannt, viele unserer Mitarbeiter sind seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen. Selbstverständlich zahlen wir Tariflöhne, zum Teil deutlich darüber.

Und selbstverständlich bleiben die ehrlichen Mitarbeiter des Betriebes, die sich nicht an den Taten beteiligt haben, bei uns und bilden den Kern des neuen Frankfurter Teams“, so Uwe Büscher, Geschäftsführender Gesellschafter der Maredo Gruppe, Düsseldorf, nach den fristlosen Entlassungen Ende 2011.

Das Thema Betrug bzw. organisierter Betrug und Diebstahl gehört in der Gastronomie wie im Einzelhandel mit zu den branchentypischen Problemen. Nicht alle Fälle landen vor Gericht. Jene, die es tun, haben in aller Regel ein ziemliches Ausmaß.

Maredo zählt in Deutschland aktuell 58 Restaurants mit im Geschäftsjahr 2011 erstmals über 100 Mio. € Nettoerlösen.

www.maredo.de









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