Hygiene

Farbskala statt Smiley

Eine Farbskala soll nun Verbraucher aufklären, ob Restaurants und Imbisse hygienische Standards erfüllen. Die von den Verbraucherschutzministerien eingerichtete Arbeitsgruppe hat sich damit gegen das Smiley-Symbol entschieden.
Das Kontrollbarometer (neuer aktueller Vorschlag) besteht aus drei Farben: Grün (alles in Ordnung), Gelb (Anforderungen nur teilweise erfüllt) und Rot (Anforderungen unzureichend erfüllt). Mit einem Pfeil soll markiert werden, an welcher Stelle der Skala sich der jeweilige Betrieb befindet. Nicht nur das Ergebnis der letzten Prüfung soll maßgeblich sein, sondern die vergangenen drei Resultate sind relevant. Dadurch werde ersichtlich, ob sich das Restaurant oder der Imbiss angestrengt hat oder nicht.

Erzielt ein Standort ein unzureichendes Ergebnis, kann der Betreiber nicht auf eine zeitnahe Nachprüfung bestehen. Die Entscheidung, wann eine Kontrolle stattfindet, bestimmt der Kontrolleur. Die Farbskala soll gut sichtbar neben der Eingangstür oder auf der Speisekarte abgebildet werden.

In mehreren Stufen soll das Gesetz in Deutschland eingeführt werden: erst die Gastronomie, dann Bäckereien und Metzgereien, anschließend Kantinen.
Über die Vorschläge der Arbeitsgruppe wird derzeit auf fachlicher Ebene beraten. Im Anschluss sollen die Verbraucherschutzminister einbezogen werden. Das Gesetz könnte in diesem Jahr noch in Kraft treten.

Ein Statement von Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes: „Ob Smiley oder Hygiene-Farbskala – der Dehoga hat weiterhin erhebliche Bedenken gegen eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse. Zu viele rechtliche und praktische Fragen bleiben bislang unbeantwortet.“ Besondere Bedeutung komme der Wettbewerbsrelevanz einer solchen Maßnahme zu. „Es gibt zu wenig Kontrolleure, um eine flächendeckende Kontrolle sicherzustellen. Für den hygienisch sauberen Gastronomen wäre es ein Glückspiel, wann er endlich kontrolliert wird. Gäste wären verunsichert, wenn ein Betrieb noch keine Auszeichnung hätte“, so Hartges. Offen ist, in welchen Fällen der Gastronom Anspruch auf eine zeitnahe Nachkontrolle bzw. die nächste Regelkontrolle hat.

www.dehoga-bundesverband.de


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