Spanien

Fast Food-Markt 2001 mit 5,9 % Plus zu Vorjahr

Insgesamt 2.740 Fast-Food Betriebe zählte das Land der Sonne im vergangenen Jahr, sie erlösten knapp 1,6 Mrd. EUR - das sind 5,9 % mehr als im Vorjahr. 2000 lagen die Zuwachsraten noch bei 13,0 %, 1999 gar bei 16,9 %. Soweit die Kernzahlen einer aktuellen Marktstudie des Beratungsunternehmens DBK. Mit 1,04 Mrd. EUR (+7,8 %) stellten Franchise-Unternehmen 65,3 % des gesamten Fast Food-Umsatzes, individuelle Betreiber mit 551 Mio. EUR Erlösen (+2,4 %) die restlichen 34,7 %.


Grund für die seit 1999 abnehmenden Wachstumsraten sei allem voran die Stagnation im Bereich Pizzerien (speziell Delivery), seit 2001 kämen die schwachen Same-Store-Sales der Hamburger-Ketten hinzu, die auch in Spanien das größte Segment im Bereich Fast Food stellen.


Mit 655 Mio. EUR Umsatz 2001 weisen die Beef-Profis ein Plus von 8,3 % aus, im Jahresvergleich 1999/2000 lag das Wachstum noch bei 21-22 %. BSE lässt grüßen. Pizzerien liegen mit 510 Mio. EUR bei -1 % im Vergleich zu 2000, im Vorjahr kam man hier noch auf magere 0,8 % Plus. "Das Segment ist erschöpft, der Delivery-Markt nahezu überreif und der Wettbewerb durch Fertigpizzen aus dem Supermarkt deutlich spürbar", so die Studie. Einzig das Segment Sandwiches/Brötchen zeigt mit 12 % Plus im Vergleich zu 2000 und absolut 318 Mio. EUR Erlösen schöne Dynamik - auch wenn man hier in den Vorjahren Zuwächse von über 20 % gewohnt war.




Fast alle Unternehmen dürften nach Meinung von Experten die Verlangsamung des Wachstums zu spüren bekommen - und darauf reagiert haben: 2001 gingen insgesamt 190 neue Betriebe an den Start - im Vorjahr waren es noch 250, 1999 ganze 300 und 1998 ungefähr 450 Eröffnungen. Sämtliche Franchise-Unternehmen zusammen genommen sind trotz zunächst ehrgeiziger Expansionspläne insgesamt nur um 6 % gewachsen. Nebenbei: 50 % aller Lokale konzentrieren sich auf die Regionen Madrid und Katalonien.


Grund für die nur verhaltene Wachstumsdynamik sei neben den Verschiebungen und Einbrüchen auf Nachfragerseite der hohe Grad der Marktabdeckung - vor allem bei den großen Ketten. In punkto Marktkonzentra-ion bietet Spanien folgendes Bild: Die 5 umsatzstärksten Fast Food-Ketten McDonald’s, TelePizza, Burger King, Pans & Company sowie Pizza Hut hielten 2001 mit insgesamt 1,1 Mrd. EUR Umsatz wertmäßig 69,9 % des Marktes, die Top 10 (mit Stabliments Viena, Bocatta, Rodilla, KFC und Pizza Queen) zusammen 81,1 %.


Für das laufende Geschäftsjahr erwartet DBK ein wertmäßiges Wachstum des spanischen Fast Food-Marktes auf 1,7 Mrd. EUR (+ 8,2 %), für 2003 rechnet man mit knapp 1,9 Mrd. EUR, meint +9,2 % Plus. Man setzt auf das Abklingen der BSE-Folgen sowie eine wieder zunehmende Beliebtheit des Produktes Pizza (neue Top-pings, neue Böden etc.) und promotet den auch in Spanien mit Interesse beobachteten Konzepttypus "Fast Casual Elegance". "Wir Spanier haben doch beste Voraussetzungen für eine solche Formel", ermutigt Mario Cañizal Villarino, Geschäftsführer der Verbandes für moderne Gastronomie, Fehrcarem/Madrid. "Es gilt, die tollen Rohwaren des Landes mit unserem gestalterischen Sinn fürs Schöne, amerikanischer Schnelligkeit und Standardisierung zu verknüpfen und hochwertige Produkte zu attraktiven Preisen anzubieten. Tapasbars dürfen da gerne als Vorläufer gesehen werden."
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