Oktoberfest

Finanzaufsicht der Stadt fordert höhere Pachten

Die Pachtzahlungen der Wirte und Schausteller auf dem Oktoberfest sind nach Berechnungen des Revisionsamts zu niedrig. Die Stadt München mache seit Jahren Verluste mit der Mega-Veranstaltung – nur aus kommunaler Sicht natürlich, heißt es in der Wochenendeausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ). Während die Wirte jedes Jahr mehr Bier verkauften, habe die Stadt zwischen 2002 und 2011 ihre Tarife im Wesentlichen nur an die Kostensteigerungen angepasst. Dies aber reichte insgesamt nicht aus, allein 2008 betrug das Minus 212.889 €.

Das Revisionsamt hält deshalb eine Anpassung der Pachtpreise für unerlässlich – zumindest in einer Höhe, dass kein Defizit mehr erzielt wird. Denn seit den 70er Jahren gibt es den Konsens, dass die Stadt selbst mit den Standgeldern keinen Gewinn erzielen soll.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet, steht das Oktoberfest für 850 bis 950 Mio. €, die Besucher und Touristen jedes Jahr in München ausgeben (Gastronomie, Hotellerie, Karussellbetreiber, …).

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München entgegnet der Kritik: Die Standgelder sollen die kalkulierbaren Kosten decken und nicht als Preistreiber für die Veranstaltung wirken. Bis einschließlich 2007 konnten über einen Zeitraum von 50 Jahren regelmäßig Überschüsse erzielt werden, heißt es in einer Mitteilung des Referats.

Tatsächliche Defizite wurden zwar nach 2010 verzeichnet. Die Ursache dafür seien aber unkalkulierbare Belastungen, deren finanzielle Auswirkungen in der mehrjährig geplanten Gebührenkalkulation nicht vorgesehen waren. Eine Standgelderhöhung um 33 % wäre beispielsweise für Sicherheitsmaßnahmen nötig gewesen. Hierbei hat man sich entschieden, die Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren zu verteilen.

Ein weiterer Kritikpunkt des Revisionsamts: Bezahlen müssen die Wirte der Festzelte nach Quadratmetern, der Umsatz spielt dabei keine Rolle. Dies sei ein großer Fehler.

2011 betrugen die Pachtzahlungen der 14 großen Zelte 2,4 Mio. €. Bei der Prüfung der städtischen Revisioren sei aufgefallen, dass manche Entgelte scheinbar nach ’Gutsherrenart’ erhoben werden. Nicht immer sei die Berechnungsgrundlage nachvollziehbar.

Auch diesen Vorwurf versucht das Referat für Arbeit und Wirtschaft zu entkräften: Die Höhe der Standgelder wird durch die Faktoren Nutzungsart, Größe und Güte des Standplatzes bestimmt und baut auf langjährige Beobachtungen und Sachkenntnis der Verwaltung auf und ist über Jahrzehnte gewachsen. Die Empfehlungen zur Festlegung der Standplatzentgelte werden vom Referat unter dem Aspekt einer höheren Transparenz dennoch aufgegriffen und geprüft.

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