Studie

Fleisch von Männern favorisiert

Männer in Deutschland essen doppelt so viel Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnisse wie Frauen. Das ist ein Ergebnis des zweiten Teils der Basisauswertung zur Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II), die Ende Mai 2008 in Berlin vorgestellt wurde. Unter Vorsitz von Bundesernährungsminister Seehofer berichtete Professor Gerhard Rechkemmer, Präsident des Max Rubner-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel am Standort Karlsruhe, über die Ergebnisse zum Lebensmittelverzehr. Demnach essen Männer täglich 103 Gramm Fleisch und daraus hergestellte Erzeugnisse, Frauen nur 53 Gramm. Brot und Getreide stellen die wichtigste Lebensmittelgruppe in Deutschland dar. 87,4 Prozent der Befragten nehmen nicht die empfohlenen 400 Gramm Gemüse am Tag zu sich. 54 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer essen weniger als 250 Gramm Obst am Tag. Der Jodbedarf der Bevölkerung, der auch über mehrere Portionen Seefisch pro Woche gedeckt werden könnte, wird zu einem großen Anteil durch Jodsalz und mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel gedeckt. Frauen und Männer mit einem niedrigen sozioökonomischen Status essen weniger Gemüse, Obst und Fisch als solche mit einem höheren Einkommen und einer besseren beruflichen Stellung. Dafür nehmen sozial Benachteiligte mehr fett- und zuckerreiche Lebensmittel, zum Beispiel Fleisch, Wurst, Süßwaren und gezuckerte Getränke zu sich. Das Ernährungsverhalten in Ost und West ist weiterhin unterschiedlich: Brot, Obst, Fett, Fleisch und Fleischerzeugnisse werden im Osten Deutschlands mehr gegessen. Dafür stehen andere Getreideerzeugnisse als Brot, Milch, Kaffee und Tee seltener auf dem Speiseplan. 27,6 Prozent der Befragten konsumieren Nahrungsergänzungsmittel. „Dabei werden mit Ausnahme von Folsäure die Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch ohne Supplemente erreicht“, kommentierte Rechkemmer. Zu den politischen Konsequenzen befragt, äußerte der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Horst Seehofer, man könne nicht mit Paragraphen und Verboten agieren: „Wir sind ein freies Land.“ Nur über pausenloses Aufklären lasse sich eine Veränderung von Lebensstilen erreichen. Weitere Infos: www.aid.de, Quelle: aid


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