Bayern

Franchising auf dem Vormarsch

Mit 10,5 Mrd. Euro konnte die Franchise- Wirtschaft in Bayern 2011 ein Umsatzplus von 12,8 % erwirtschaften. Fast 14.000 Franchise-Partner (+4,3 %) waren im letzten Jahr mit über 17.700 Betrieben (+6 %) in Bayern am Markt, so die aktuelle Erhebung des Bonner Mediendienstes forum franchise und systeme.

„Mit 1.000 neuen Betrieben liegt die Zahl der Neueröffnungen erstmals auf einem Vier-Jahres-Hoch“, so Felix Peckert, Chef des Bonner forum franchise und systeme und einer der führenden Unternehmensberater im Franchise. Neue Standorte würden dabei nicht nur von Existenzgründern eröffnet. „Mit Markenfranchise eröffnen bestehende Franchise-Partner immer öfter einen zweiten und dritten Standort und erobern so den regionalen Markt“, erklärt Peckert. Die regionale Marktentwicklung und damit die Filialisierung der Franchise-Partner nach dem Vorbild von Franchise-Vorreiter McDonald’s werde dabei in den nächsten Jahren der treibende Expansionsmotor bleiben. 

Von den rund 940 Franchise-Systemen in Deutschland haben 140 ihren Sitz in Bayern. Darunter befinden sich Marken wie Accor (Hotellerie), clever fit (Fitnessstudios), Enerix (Photovoltaik) und McDonald's. 2011 stiegen die Umsätze der Franchise-Betriebe in Bayern auf fast 1,4 Mio. Euro pro Franchise-Partner (+3,9 %). Mit der wachsenden Anzahl an Standorten wuchs auch die Anzahl der Beschäftigten in Franchise-Betrieben auf über 87.700 Mitarbeiter (+2,4 %).

„Insgesamt liegt Bayern leicht über der bundesweiten Entwicklung von Franchise“, so Peckert. Spitzenreiter sind hier die Dienstleistungskonzepte. Sie liegen mit einem Anteil von über 39 % noch vor dem Handel mit 31,5 %. An dritter Stelle liegen die Gastronomie-, Touristik- und Freizeitanbieter mit einem Marktanteil von 18,5 %, gefolgt von Handwerk, Bau und Sanierung mit 10,7 %.

„Ein Franchise-System ist aber immer nur so erfolgreich wie seine Franchise-Partner“, erklärt Peckert. „Entscheidend ist immer der Aktivitätsgrad der Partner. Je höher der Partneraktivitätsgrad ist, umso stärker ist die Zukunftsperspektive des Franchise-Systems und umso erfolgreicher arbeiten Franchise-Geber und Franchise- Partner zusammen“. Das bestätigt auch Peter Gabler, Geschäftsführer Back-Factory. „Wir suchen Unternehmer, die mit unserem backgastronomischen Konzept ihren Markt entwickeln und die Marktpotenziale mit neuen Standorten erschließen. Unsere filialisierenden Partner sind diejenigen, die das Wachstum des gesamten Franchise-Systems voranbringen“.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Franz Smeja, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Deutschlands Nummer eins der Backwaren-Lieferdienste Morgengold Frühstücksdienste, gemacht. „Die Partner, die sich einbringen, die sich konstruktiv einmischen und sich an der Weiterentwicklung des Systems beteiligen, sind in der Regel auch die Partner mit den guten Wachstumsquoten von denen wir als Franchise-Geber obendrein noch dazu lernen.“

Traditionell zählt Bayern zu den Bundesländern mit einer hohen Gründerquote. Wer beruflich neue Herausforderungen sucht und sein eigener Chef werden will, dem bieten sich in Bayern mit einem Franchise-Konzept noch viele Möglichkeiten.

Informationen rund um das Thema Selbstständigkeit und einzelnen Franchise-Konzepten gibt es auf der Start-Messe in Nürnberg am 6. und 7. Juli 2012. „Rund ein Drittel unserer Aussteller sind Franchise- und Lizenzsysteme“, erläutert Christian Cordes, Projektleiter der Start-Messe beim Veranstalter asfc - atelier scherer fair consulting.

www.markenfranchise.de
www.start-messe.de

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