Épi

Französische Backkultur aus dem Rheinland

Mit französischen Premium-Backwaren hat es das Kölner Konzept 'Épi' bereits auf sechs Eigenregie-Standorte in Nordrhein-Westfalen gebracht. Jetzt plant Unternehmer Heinz-Peter Otten, bald auch per Franchising zu wachsen. "Die Logistik steht", sagt der gelernte Bäckermeister und Betriebswirt, der sich vor Épi schon mit einem klassischen Bäckerfilialisten und einem SB-Konzept auf dem Markt tummelte. Seit 2008 bietet er mit Épi handgefertigte Brote und Baguette aus original französischem Mehl, Patisserie und Viennoiserie sowie frisch zubereitete belegte Snacks und kleine Salate an.

Nachdem Otten rund drei Jahre lang an seinem Konzept gefeilt hatte, ging 2011 der zweite Épi-Standort an den Start - seither wuchs die Formel in Ruhe und mit Augenmaß. "Zwei bis drei neue Läden pro Jahr sind ein gutes Tempo", so Otten. Drei Formate hat er in petto: Das 'Grand' mit angeschlossener Backstube - "Davon brauchen wir jeweils einen pro Stadt, um daraus die 'Classique'-Läden zu beliefern, in denen zur Endfertigung ein Ofen im Nostalgielook integriert ist". In Planung, aber noch nicht realisiert, ist außerdem eine 'Petite'-Größe für Hochfrequenzlagen.
Die bisherigen Stores messen zwischen 150 und 250 qm und bieten innen und außen zwischen 40 und 100 Sitzplätzen. Etwa ein Drittel des Umsatzes kommt aus dem Foodservice-Geschäft, den Rest teilen sich je zur Hälfte Brot-Retail und Getränke. Die Bistro-Karte führt unter anderem Flammkuchen, Tartines, belegte Baguettes und Quiches mit original französischen Zutaten, wobei die belegten Baguettes die Spitzenposition auf der Beliebtheitsskala einnehmen. Getränkeseitig runden Bio-Kaffee, französische Limonade und eine kleine Auswahl an Weinen und Champagner das Angebot ab.

Beim Ambiente hat Otten nach neuen Wegen gesucht und statt klassischen Ladenbauern Architekten der RWTH Aachen im Lehr- und Forschungsgebiet Raumgestaltung beauftragt. Zum Einsatz kommen ausschließlich hochwertige Materialien, darunter französische Fliesen und belgischer Granit. In den Schaufenstern stehen Körbe voller 'Apéros' (Appetithäppchen) und 'Bateaux' (schmale Brote), darüber locken große Brotlaibe die Freunde französischer Backwaren an.

"Alle Brote stellen wir selber her, mit hochwertigen Zutaten und langer Teigführung", betont Otten. "Das Mehl kaufen wir in einer Mühle bei Paris. Den Unterschied schmeckt man einfach." Für Suppen, Patisserie und das kleine Handelssortiment hat er verlässliche Partner mit hohem Qualitätsanspruch ins Boot geholt.

Geöffnet ist Épi in der Regel täglich von 7 bis 19 Uhr. "Wir haben versucht, ein Abendgeschäft zu etablieren, aber leider ist es sehr schwer, das den deutschen Konsumenten zu vermitteln", resümiert Otten. So verteilt sich sein Business auf ein starkes Frühstücksgeschäft mit viel Brotverkauf am Morgen und schönen Bistro- und Kaffee-/Kuchen-Umsätzen am Mittag und Nachmittag. Die Erlöse? "Beim Grand-Format siebenstellig, im Classique nicht viel darunter", so die Antwort.

Wenn ein geeigneter Standort zur Verfügung steht, will Otten ihn auf jeden Fall erst einmal selbst betreiben und dann auf Partnersuche gehen, wie zum Beispiel in Düsseldorf, wo Mitte 2014 das erste Épi in der Landeshauptstadt eröffnet. "Am liebsten gehen wir dahin, wo schon viele Bäcker sind. Dort nimmt man uns als Bereicherung wahr, weil wir anders sind."


http://epi-cologne.eu

stats