CH

Gastgewerbe noch nicht über dem Berg

Die Lage des Schweizer Gastgewerbes hat sich 2003 weiter verschlechtert. Der Umsatz der Gesamtbranche ist 2003 durchschnittlich um knapp 5 % zurückgegangen. Die Konkurse haben letztes Jahr um 13,7 % zugenommen. Pro Jahr wechselt in jedem vierten Betrieb die Führung. Im Schweizer Gastgewerbe gibt es einen Angebotsüberhang von rund einem Drittel. Zentralpräsident Klaus Künzli forderte an der GastroSuisse-Jahresmedienkonferenz ein Ende der Überreglementierung und einen fairen Wettbewerb. Leicht angestiegen sind im vergangen Jahr erneut die Personalkosten. Durchschnittlich 43 % (Hotels) bis 45 % (Restaurants) des erzielten Umsatzes müssen heute dafür aufgewendet werden; das entspricht einem Höchstwert von fünf Jahren. Hans Peyer, stellvertretender Direktor, hielt fest, dass knapp zwei Drittel aller Betriebe 'rote Zahlen' schreiben würden, wenn sie den Unternehmerlohn und einen Eigenkapitalzins angemessen verbuchten. Unter der drückenden Last immer höherer Produktionskosten werden viele Betriebe buchstäblich ausgehöhlt. Obendrein setzen dem Gastgewerbe die Privilegien des Detailhandels in Sachen Mehrwertsteuer zu. Laut Klaus Künzli fordert GastroSuisse, dass der heute reduzierte Satz von 2,4 % im Detailhandel für Lebensmittel leicht angehoben, und der Normalsatz von 7,6 %, dem das Gastgewerbe derzeit unterliegt, nur noch für alkoholische Getränke Anwendung finden würde. GastroSuisse fordert gleich lange Spieße. Die angestrebte Lösung läge also etwa zwischen 3,2 und 3,6 %. Wenige Monate nach dem Schiedsgerichtsurteil über die Mindestlöhne 2004 stellen die Gewerkschaften für 2005 bereits wieder massive Forderungen. "Für viele unserer Mitglieder ist die Schmerzgrenze erreicht", sagte GastroSuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli. GastroSuisse ist der führende nationale Verband für die Hotellerie und die Restauration. Insgesamt 20.314 gastgewerbliche Betriebe, organisiert in 26 Kantonalsektionen, sind dem Verband angeschlossen. Ein Viertel davon sind Beherbergungsbetriebe. Das Schweizer Gastgewerbe; Hotellerie und Restauration, erzielte 2003 einen Totalumsatz von rund 22 Mrd. sfr (Restauration: rund 15,5 Mrd. sfr; Hotellerie rund 6,5 Mrd. sfr). Das Gastgewerbe ist einer der wichtigsten Arbeitgeber und bietet 215.000 Arbeitsplätze an. In der Schweiz gibt es rund 30.000 gastgewerbliche Betriebe. www.gastrosuisse.ch

stats