Airport Frankfurt

Gastro-Sparte leidet unter angekündigtem Streik

Streik am Flughafen – mal ist der Stillstand Segen, ein anderes Mal Fluch für die Airport-Gastronomie. Wenn der Flugverkehr wie am vergangenen Dienstag angekündigt zum Erlahmen kommt, herrscht auch bei den Food-Betrieben Flaute. 
 
Gestern war es wieder so weit. Der Frankfurter Flughafen wurde bestreikt. Die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi wollte für ihre Mitglieder eine Lohnerhöhung durchsetzen und rief zu einem Warnstreik auf, um ihre Interessen durchzusetzen. Rund 2.000 Gepäckabfertiger, Mechaniker und Fluggastkontrolleure legten am Dienstag von 5bis 14 Uhr ihre Arbeit nieder. In der Folge fielen ca. 550 Flüge aus. „Da der Streik vorangekündigt war, konnten viele Reisende ihre Flüge verlegen oder auf andere Beförderungsmittel umsteigen“, berichtet Mark Hallstein, Retail-Manager der Fraport AG. Für die Gastronomie am Flughafen kein gutes Geschäft. Insbesondere am wichtigen Vormittag gingen kaum Flüge raus und der Gastronomieumsatz brach ein. „Im Schnitt wurde im Bereich F&B im Streikzeitraum 45% weniger Umsatz als an einem normalen Dienstag verbucht“, sagt Hallstein.
 
Verspätungen und Flugausfälle seien aber nicht generell schlecht für die Gastronomie. „Durch Schneefall oder Flugzeugdefekte bedingte Verspätungen und Ausfälle sind ein ertragreiches Geschäft für die Gastronomie am Flughafen“, so der Fraport-Manager. Zum einen bleiben die Passagiere länger am Flughafen und haben somit Zeit für Einkäufe und eine Mahlzeit. Zum anderen müssen die Airlines nach den in Europa gültigen 'Passenger Rights' ab einer Verspätung von zwei Stunden ihren Passagieren eine Verpflegung anbieten. Dies regeln die Fluggesellschaften meist mit der Herausgabe von Vouchern, die in Restaurants eingelöst werden. So kann es vorkommen, dass bei einer Verspätung eines A380 bis zu 500 Passagiere gleichzeitig in ein Restaurant gehen möchten. Eine immense Aufgabe für die Gastronomie. Von jetzt auf gleich muss der Betrieb hochgefahren werden. „In Frankfurt haben vor allem die Betriebe der Roland Kuffler Gruppe im Transitbereich mit diesem sogenannten ‚Lay Over’-Geschäft Erfahrung“, sagt Hallstein. Mit der 'Goethe Bar' und dem 'Kuffler & Bucher' Restaurant verfügen sie über die nötige Sitzplatzkapazität. So hoch die logistische Herausforderung dieser Lay Over ist, so lukrativ ist sie. „An harten Wintertagen mit vielen Schneefällen sind Tagesumsätze von bis zu 50.000 € netto in diesen beiden Betrieben möglich.“
 
Hallstein bringt es auf eine einfache Formel: „Länger angekündigte Ausfälle sind negativ, kurzfristige Ausfälle positiv für die Gastronomieumsätze. Und somit hofft die Frankfurter Airport Gastronomie auf einen schneereichen Winter 2012/2013.“
 
Der Frankfurter Flughafen befindet sich derzeit in einer stark expansiven Phase. Mit der Eröffnung des Flugsteigs A-Plus im Oktober 2012 wächst die Airport-Gastronomie um 14 neue Gastroflächen. Unter anderem ist es dem Category Managment Food & Beverage der Fraport gelungen, Tim Mälzer zu gewinnen. Gemeinsam mit den Partnern Tim Plasse und Patrick Rüther wird der Starkoch am Flugsteig A-Plus das Konzept Hausmann’s (deutsche Küche) betreiben. Der Gastronomie-Umsatz am Frankfurter Flughafen soll nach der Erweiterung die 100-Mio-€-Marke überschreiten. Der größere Anteil am Umsatz wird air-seitig gemacht.
 
www.fraport.de

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