Kulturhauptstadt 2010

Gastronomie und Events auf Zollverein boomen


Fast 5 Mio. Menschen haben seit Beginn des Jahres Veranstaltungen der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet besucht. Herzstück der zahlreichen Aktivitäten zwischen Duisburg und Dortmund ist das Essener Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Dem dort beheimateten Restaurant Casino von Dirk Vormann und Claus Dürscheidt erschließt dies ganz neue Gästegruppen.  Bereits jetzt steht so gut wie fest: 2010 wird das beste Jahr für das Gastronomenduo.

 

„Die Zahlen übertreffen alle Erwartungen“, freut sich Dirk Vormann. „Allein im Anfang des Jahres eröffneten Ruhrmuseum auf dem Zollverein-Gelände hatte man über das ganze Jahr mit rund 150.000 Besuchern gerechnet. Bereits im April kam der 300.000! Auch wir spüren jeden Tag, dass viele Menschen wegen der Kulturhauptstadt ins Ruhrgebiet und nach Essen kommen.“

 

Um mehr als 50 % habe das Mittagsgeschäft – bisher vor allem bei Essener Business-Leuten beliebt – zugelegt. „Wir beobachten, dass mittags zunehmend eine Klientel zu uns findet, die gutes Essen und Getränke zu schätzen weiß, dafür gern Geld ausgibt und sich Zeit nimmt, zu genießen“, so Vormann. Neben vermehrten Reservierungen gerade auch im Mittagsgeschäft sorgen auch Walk-ins für Impulse – „und eben nicht nur Bustouristen, die ihren Hunger stillen wollen. Der Zuwachs ist sowohl quantitativ als auch qualitativ.“ Abends sei man auch vor 2010 schon meistens ausgebucht gewesen – „aber inzwischen müssen wir Anfragen meist auf mindestens 14 Tage später vertrösten.“ Größte Herausforderung: das Mehr an Personal, um die mitunter zweifache Stuhlbelegung im Restaurant (150 Plätze), auf der Terrasse (100) und im Biergarten (120) zu stemmen. „Unser Bedarf an Leih-Kräften hat deutlich zugenommen. Leider können wir unsere Küche nicht spontan vergrößern“, bedauert Vormann. „Das bedeutet für unser Team nicht selten operative Höchstleistungen.“

 

Auch das Eventgeschäft auf Zollverein boomt zurzeit: Viele Kunden aus der Wirtschaft schmücken sich und ihre Veranstaltungen mit der Kulturhauptstadt und ihren einzigartigen Locations. Beispiel Mercedes: „14 Tage lang hatten wir die Präsentation des neuen Smarts zu Gast. Rund 1.000 Journalisten aus der ganzen Welt durften das neue Modell Probefahren – in unserem Eventbereich hingen sogar zwei Fahrzeuge an der Decke. Jeden Abend gab es überdies eine tolle Veranstaltung am Essener Baldeneysee. Das war eines der Highlights - gerade in den Sommerferien“, erzählt Vormann.

 

Dass Fritz Pleitgen, Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, häufig als Redner zu Gast ist, belegt den Zusammenhang zwischen Event-Buchungen und Kulturhauptstadt. Vormann rechnet mit weiterhin tollen Geschäften im Herbst und Winter – „für uns ohnehin starke Jahreszeiten.“ Alles in allem dürfte der Umsatz des Casinos plus Eventbusiness 2010 rund 50 % über den etwa 4,5 Mio € Euro (brutto) eines ’normalen’ Jahres liegen.

 

Der Gastronom rechnet fest damit, dass Zollverein und das Casino nachhaltig von der Kulturhauptstadt profitieren werden. „Das Ruhrmuseum bleibt schließlich auch nach Ablauf dieses Jahres erhalten. Man verkauft dort bereits viele Jahreskarten an Einheimische, das heißt, der Zustrom besteht längst nicht nur aus Kultur-Touristen. Es wird auch in Zukunft Menschen anziehen, die Zollverein gut finden. Im Eventgeschäft haben wir aus den gelungenen Veranstaltungen ebenfalls bereits viele Optionen für 2011 generiert.“ Entscheidend sei aber, vor lauter Begeisterung über neue Kunden die Stammklientel nicht zu vernachlässigen. „Schließlich waren wir hier schon ein erfolgreiches Restaurant, bevor Zollverein den Welterbe- und Kulturhauptstadt-Status bekam. Für Stammgäste haben wir immer ein Plätzchen frei.“

 

www.casino-zollverein.de





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