Dehoga-Branchenbericht

Gedämpfte Stimmung im Gastgewerbe

Nach einem hoffnungsvollen Jahresauftakt hat sich die Stimmung im Gastgewerbe wieder eingetrübt, so das Ergebnis des Dehoga-Branchenberichtes, der am 24. November 2008 auf der Delegiertenversammlung des Verbandes in Berlin vorgestellt wurde. „Die gedämpften Konjunkturerwartungen belasten Unternehmer wie Verbraucher. Unsere Branche hat eine steinige Wegstrecke vor sich“, sagte Ernst Fischer, in Berlin einstimmig für weitere vier Jahre bestätigter Präsident des Dehoga Bundesverbandes. Vor allem die Ertragslage der Betriebe sei weiterhin extrem angespannt. „Der harte Wettbewerb lässt kaum Spielraum für Preiserhöhungen zu. Gestiegene Kosten müssen unsere Hoteliers und Gastronomen zumeist selbst verdauen“, sagte Fischer. Notwendige Investitionen würden aufgeschoben. Fischer ermutigte zu kreativen Angeboten und herzlicher Gastfreundschaft – appellierte aber auch an die Politik: „Statt über Steuererleichterungen bei Neuwagen zu diskutieren, wäre es an der Zeit, endlich in den Tourismusstandort Deutschland zu investieren.“ Fischer erneuerte die zentrale Forderung der Branche nach Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Hotellerie und Gastronomie. „Denn wir verlagern unsere Betriebe nicht ins Ausland, wir schaffen hier Arbeits- und Ausbildungsplätze.“ Laut dem aktuellen Dehoga-Branchenbericht beurteilen lediglich 21,3 % der Gastronomen (aber 44,3 % der Hoteliers) ihre Geschäftslage im Sommerhalbjahr 2008 als gut. Jeder zweite Gastro-Betrieb (50,6 %/Vj. 40,5 %) musste von April bis September Umsatzverluste verkraften. Nur 22 % konnten höhere Umsätze erwirtschaften. Neben der allgemeinen Konsumzurückhaltung haben sich insbesondere das schlechte Wetter und die Nichtraucherschutzgesetze negativ ausgewirkt. Auch die Hoffnungen auf ein gutes Spätsommergeschäft erfüllten sich nicht. Die Ertragssituation stellt sich für die Restaurant-, Café- und Diskothekenbetreiber so ungünstig dar wie seit dem Sommer 2002 nicht mehr: Steigende Betriebskosten und Abgaben lassen die Erträge bei 66,3 % der Unternehmer (Vj. 54,9 %) schmelzen. Nur 12,1 % (Vj. 16,8 %) gelang es, ihre Erträge zu steigern. Die Folgen der Finanzkrise und die damit einhergehende Eintrübung des Konsumklimas lassen auch in der Vorschau aufs Winterhalbjahr wenig Raum für Optimismus. Die Umsatz- und Ertragspessimisten dominieren mit 48,6 bzw. 58,3 % (Vorjahr 36,7 bzw. 46,4 %). Der Anteil der Gastro-Unternehmer mit positiven Umsatz- und Ertragserwartungen liegt nur noch bei 17,6 bzw. 11,3 % (Vorjahr 24,4 bzw. 16,8 %). Auch in der Hotellerie stark eingetrübte Erwartungen: Nur noch 20 % glauben, im Winterhalbjahr ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ausbauen zu können. Das ist der schlechteste Wert seit Sommer 2004. Dagegen gehen 38,6 % (Vj. 27,6 %) der Befragten von einer Umsatzverschlechterung aus. Noch negativer stellen sich die Ertragsaussichten dar: 49 % Pessimisten stehen nur 13,1 % Ertragsoptimisten gegenüber. Befragt wurden für den Branchenbericht insgesamt 3.000 Gastronomen und Hoteliers. Der komplette Branchenbericht steht auf der Dehoga-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung. www.dehoga.de Redaktion food-service Delegiertenversammlung, Berlin, Ernst Fischer, Präsident, Bundesverband, Gastgewerbe, Gastronomie, Hotellerie, Sommerhalbjahr, Nichtraucherschutzgesetz, Mehrwertsteuersatz, Finanzkrise, Konsumklima


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