Dehoga

Gesamtbranche hofft auf Wintergeschäft

Nach über drei Jahren wirtschaftlicher Talfahrt mehren sich die Signale einer allmählichen Erholung für die Gastgewerbe-Branche in Deutschland. Nach Angaben des Dehoga stiegen die Umsätze in der Hotellerie von Januar bis September real um 0,3 %. Dagegen liegen die gastronomischen Betriebe mit -4,6 % immer noch deutlich im Minus. Wie Ernst Fischer, soeben im Amt bestätigter Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststätenverbandes, beim 2. Branchentag für das Gastgewerbe in Berlin am gestrigen Dienstag erklärte, lässt der aktuelle Dehoga-Konjunkturbericht auf den Winter hoffen. Jeder fünfte der 2.600 befragten Unternehmer glaubt an steigende Umsätze in der kalten Jahreszeit, 37 % gehen zumindest von einer Stabilisierung der Lage aus. Erstmals seit Jahren sind damit die Umsatzpessimisten in der Minderheit. Während in Markenhotellerie, Wellness- und Tagungshotellerie sowie Stadthotellerie fast jeder dritte Betreiber mit einer positiven Umsatzentwicklung rechnet, sind es in der Gastronomie vor allem die Systemer, die bessere Zahlen erwarten. Erstmals sei aber auch in der klassischen Gastronomie wieder ein zarter Hoffnungsschimmer spürbar, so das Fazit.



Dennoch: Ohne deutlichen Aufschwung der Binnenkonjuntur und durchgreifende Reformen in der Arbeitsmarkt-, Steuer- und Gesundheitspolitik keine wirtschaftliche Erholung des Gastgewerbes, stellte Fischer vor mehr als 800 teilnehmenden Hoteliers und Gastronomen des Branchentages klar.



Einige Facts zur Branche:
  • Das Gastgewerbe in Deutschland ist der Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft. 55 Mrd. Euro Brutto-Umsatz, 250.000 Betriebe, 1 Mio. Beschäftigte sowie 94.000 Auszubildende (7 % aller Ausbildungsplätze in Deutschland).
  • Dass der Wirtschaftszweig in den letzten Jahren zu kämpfen hatte, verdeutlicht folgender Zahlenvergleich: Vor 10 Jahren lag der Umsatz des Gastgewerbes bei 120 Mrd. DM. 2003 betrug er nur gut 55 Mrd. Euro.
www.dehoga.de

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