Marseille-Kliniken

Gescheiterter Arcandor-Chef Middelhoff soll Aufsichtsrat werden

Beim Hamburger Pflegeheim-Betreiber Marseille-Kliniken steht der Einstieg von Thomas Middelhoff in den Aufsichtsrat an. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des früheren Karstadt-Quelle-Konzerns (heute Arcandor) soll Presseberichten zufolge auf der Hauptversammlung am 18. Dezember in das Kontrollgremium gewählt werden.

Dort hält zurzeit der Unternehmensgründer Ulrich Marseille den Vorsitz, sein Stellvertreter ist der ehemalige Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje. Die Marseille-Kliniken wurden 1984 als GmbH gegründet und 1994 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Bundesweit betreibt Marseille 67 Pflegeheime, Senioren- und Reha-Einrichtungen. Im vergangenen Geschäftsjahr (1.7.2008 bis 30.6.2009) steigerte das Unternehmen seinen operativen Umsatz um 3,2 Prozent auf 235,5 Mio. Euro. Allerdings wurde – wie bereits im Vorjahr – ein negatives Geschäftsergebnis eingefahren. Nach 13,7 Mio. Euro Fehlbetrag im Vorjahr wurde das Geschäftsjahr 2008/2009 mit einem Verlust in Höhe von 13,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Angesichts dieser Zahlen gehen Beobachter davon aus, dass Middelhoff vor allem geholt werden soll, um mögliche Fusionen für Marseille-Kliniken in die Wege zu leiten. Auf diesem Gebiet war Middelhoff auch bei seinen bisherigen Arbeitgebern, Bertelsmann und Arcandor, ausgesprochen aktiv. Seit seinem Ausstieg bei Arcandor arbeitet Middelhoff in seiner Investmentfirma BLM Partners, die er unter anderem mit dem Unternehmensberater Roland Berger betreibt.

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