Bio-Catering Marbachshöhe

„Gesund Genießen lernt man nur mit gutem Essen“

Die Bundesregierung hat am Mittwoch einen nationalen Aktionsplan vorgestellt, der für eine gesunde Ernährung schon im Kindesalter werben möchte. Auslöser sind alarmierende Zahlen zu Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten. Mit Aufklärungskampagnen zu mehr Sport und besserem Essen in der Schule sowie einem freiwilligen Verzicht der Wirtschaft auf Süßigkeitenwerbung für unter 12-Jährige sollen die Gesundheitswerte der jungen Generation in den kommenden Jahren verbessert werden. „Ein guter Ansatz, der aber noch nicht weit genug geht“, kommentiert Dr. Harald Hoppe, Experte für gesunde Schulverpflegung, das Regierungsprogramm. Wenn man den Gemüseverzehr steigern wolle, müsse man gute Ware anbieten und diese ansprechend präsentieren. Hoppe bietet in Schulkantinen Essen am Buffet mit mehreren Stationen, darunter Wokgerichte und ein Salatbuffet an, alle Zutaten stammen aus ökologischer Erzeugung. „So bekommen wir selbst Gemüseverweigerer dazu, Rohkost und Gemüse zu essen. Und sie finden das cool – das ist der große Gewinn“. Zu diesem Ergebnis könne kein Aufklärungsunterricht allein kommen. „Wenn man sieht, dass die Kosten für ernährungsbedingte Krankheiten zwischen 70 und 100 Milliarden Jahr pro Jahr betragen und weiß, dass das Ernährungsverhalten in der Kindheit geprägt wird, müssen die Anstrengungen noch weiter gehen.“ Aus diesem Grund fordert der promovierte Agraringenieur eine deutliche Steigerung der staatlichen Zuschüsse für gesundes Schulessen. So könnte das Mittagsangebot in Schulen auf stabilere Füße gestellt werden. Noch immer würde das Mittagsangebot von vielen Schulträgern nach dem günstigsten Preis ausgewählt „und so bleibt die Qualität zwangsläufig miserabel“, so Hoppe. Wenn das gesunde Essen im sozialen Verbund, wie er in der Schule herrscht, zum positiven Erlebnis werde, präge dies das Ernährungsverhalten nachhaltig und man spare sich schließlich die Beseitigung der Folgeschäden.


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