Anuga

GfK und BVE präsentieren Verbraucherstudie Consumers’ Choice 2011

Lebensmittel müssen schmecken, sonst ist es keine Qualität. Das sagen 96 % der Verbraucher in der aktuellen Verbraucherstudie Consumers‘ Choice 2011, die GfK und BVE anlässlich der Weltleitmesse für Lebensmittel, Anuga, am heutigen Freitag vorgestellt haben.

"In den letzten Jahren achten die Verbraucher immer mehr auf Qualität. Die Studie hilft, die unterschiedlichen Qualitätsdimensionen der Verbraucher besser zu verstehen und die verschiedenen Qualitäts-Zielgruppen greifbarer zu machen", so Thomas Bachl, Geschäftsführer der GfK Panel Services Deutschland.

30.000 Haushalte wurden bei der 4. Auflage der Studie über das GfK Haushaltspanel repräsentativ zu ihren Einstellungen zur Lebensmittelqualität und zum Verbrauchervertrauen befragt. Die Studie verbindet die Einstellungen der Verbraucher mit ihrem tatsächlichen Einkaufsverhalten.

Seit einigen Jahren nimmt die Bedeutung der Qualität als Einkaufskriterium gegenüber dem Preis zu. 49 % der Deutschen sagen, dass ihnen Qualität am wichtigsten sei. Demgegenüber sagen 51 %, der Preis sei am wichtigsten. Die Deutschen sind im Vergleich mit anderen Ländern Europas am wenigsten qualitäts- und am stärksten preisorientiert.

Doch Qualitätseinkauf ist auch eine Frage des Einkommens: 60 % der qualitätsorientierten Haushalte haben ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.000 € im Monat. Ältere Verbraucher legen größeren Wert auf Lebensmittelqualität, denn 43 % der qualitätsorientierten Haushalte sind 60 Jahre oder älter. Ihr Einkaufsverhalten unterscheidet sich stark von dem der Berufstätigen.

Für die Verbraucher ist Qualität dann gegeben, wenn das Produktversprechen des Herstellers mit ihren Produkterwartungen übereinstimmt. Doch welches sind diese Erwartungen? Mit Hilfe von 25 Einzelstatements wurde geklärt, welche Qualitätsaspekte für die Verbraucher wichtig sind.

Die Verbraucher geben dazu eine klare Antwort: Für 96 % ist Qualität, wenn es schmeckt. Eine einfache Antwort, die in dieser Breite dennoch überrascht, gerade weil in der öffentlichen Debatte Qualität oft mit Teilaspekten wie Zusatzstoffen oder Bio gleichgesetzt wird.

An zweiter Stelle nennen 93 % der Verbraucher das Kriterium Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. Die Qualitätsdimensionen Geschmack und Sicherheit werden auch durch hohe Zustimmung zu den Aspekten Appetitlichkeit, Frische, Rückstandsfreiheit und gesunde Inhaltsstoffe untermauert. Alle diese Kriterien sind 'egoistische' Kriterien, die dem einzelnen Konsumenten Nutzen stiften.

Gemeinwohlorientierte Kriterien wie 'Artgerechte Tierhaltung' und 'Faire Preise für die Erzeuger' erhalten 74 % Zustimmung. Doch hier muss bedacht werden, dass solche sozial erwünschten Bekenntnisse häufig eine höhere Zustimmung erfahren als tatsächlich in der Bevölkerung vorhanden. Im realen Einkaufsverhalten geben oft noch andere Faktoren den Ausschlag.

Einfache Zubereitungsmöglichkeiten und praktische Verpackungen sind für mehr als die Hälfte der Verbraucher unverzichtbare Qualitätsmerkmale. Etwas darunter liegen Anforderungen wie 'Regionalität' und 'deutsche Herkunft' mit 49 % bzw. 40 % - Bio erreicht sogar nur 21 %.

54 % der Verbraucher heben hervor, die Lebensmittelqualität in Deutschland sei besser als im Ausland. Nur jeder Zehnte vertritt die gegenteilige Ansicht. 81 % der Haushalte finden es jedoch schwierig, die Qualität von Lebensmitteln richtig beurteilen zu können. Obwohl der Geschmack als das dominante Qualitätsmerkmal genannt wird, trauen sich viele Verbraucher ein eigenes Qualitätsurteil nicht mehr recht zu. Die oft negative Medienberichterstattung über Lebensmittel scheint Spuren der Verunsicherung beim Verbraucher hinterlassen zu haben.

76 % der Haushalte meinen denn auch, die Qualität der Lebensmittel sollte strenger kontrolliert werden. 37 % der Verbraucher sagen, dass Industrie und Handel nicht gut über die Qualität von Nahrungsmitteln informieren. Daraus spricht ein gestiegenes Informationsbedürfnis der Konsumenten, dem die Wirtschaft künftig stärker Rechnung tragen muss.

Die Studie enthüllt zudem, dass das Vertrauen der Verbraucher zu Lebensmittelherstellern und Lebensmittelhandel nicht sonderlich ausgeprägt ist. Der Industrie vertrauen nur 18 % der Befragten in Sachen Qualität, während Testberichte wie Stiftung Warentest oder Ökotest höchstes Vertrauen genießen. Auf deren Auskunft verlassen sich 70 %, es folgen Verbraucherschutzorganisationen mit 65 %, sodann Handwerksbetriebe und Bauern.

Hier zeigt sich deutlich, dass die Wirtschaft die Distanz zum Verbraucher überwinden muss, resümieren die Initiatoren der Studie. Die Lebensmittelwirtschaft sei entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen.

www.bve-online.de


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