Berlin

Gorilla - erst Fine-Tuning, dann Expansion

Matthias Rischau hat eine Mission: „Ich möchte den großen Anbietern ungesunden Essens ein paar kleine Nadelstiche versetzen.“ Und wenn möglich, irgendwann, auch ein paar größere: Der Erfinder und Macher der vegetarischen Fast-Food-Kette ’Gorilla’ (derzeit fünf Outlets in Berlin) hat sich nichts Geringeres auf die Fahne geschrieben, als das Essverhalten der Deutschen – zumindest ein bisschen – zu verändern. „Ich will den Früchten die Lobby zurück geben“, umreißt Rischau seine Vision. „Die Grundsäule von ’Gorilla’ sind ökologisch angebaute und fair gehandelte Produkte aus der Region, die – so wenig wie möglich veredelt – noch ursprünglich und natürlich schmecken.“ Von der Idee bis zum ersten Store dauerte es allerdings vier Jahre – bis Rischau in Dr. Jens Bäumer einen Partner mit guten Bankkontakten fand. Am 15. März 2006 ging Deutschlands erstes hundertprozentiges Bio-Fast-Food-Restaurant in der Berliner Knesebeckstraße an den Start. „Wir haben zunächst unter dem Label ’Bio Fast Fruit’ firmiert, aber das hat niemand verstanden“, erinnert sich Rischau. Die Speisekarte liest sich erstaunlich international mit Einflüssen von Asien bis Arabien. Neben den wichtigen Aspekten Gesundheit und Geschmack legt Rischau auch großen Wert auf das Adjektiv ’schnell’: „Unsere Gäste sollen so kurz wie möglich auf ihr Essen warten und es dann so lange wie möglich genießen können“. Gleichzeitig wird Individualität groß geschrieben: Am Salat- und Suppenbüffet kann sich jeder sein Leibgericht ganz nach Gusto zusammenstellen. Neben verschiedenen, saisonalen Rohkostangeboten stehen acht angemachte Salate (100 g à 1,90 €), vier Suppen (klein 2,50 Euro, groß 3,90 Euro) und drei verschiedene Brote bzw. Sandwiches in zwei Größen (klein 1,50, groß 2,50 Euro) sowie warme Salate und wechselnde Tagesgerichte zur Auswahl. „Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ist auf dem schwierigen Berliner Markt unerlässlich“, betont Rischau und räumt ein: „Unser Preisniveau werden wir auf Dauer wohl nicht halten können. Aber wir wollen auch in Zukunft fair und bezahlbar bleiben.“ Nach dem nicht einfachen WM-Jahr 2006 holten Rischau und Bäumer zwei weitere Investoren ins Boot und begannen Ende 2007 damit, ihr Konzept auszurollen. Vier Betriebe kamen seitdem hinzu, ihre Größe bewegt sich zwischen 30 und 80 Sitzplätzen. Die besten Stores sehen an guten Tagen bis zu 300 Gäste. Die Umsatz-Benchmark pro Outlet liegt bei 600.000 Euro pro Jahr. Gekocht wird in einer zentralen Produktionsstätte. Insgesamt sind inzwischen 50 Mitarbeiter für Gorilla tätig. Die drei jüngsten Betriebe zeigen bereits den neuen Markenauftritt, der die Natürlichkeit des Konzepts noch stärker betont. „Bevor wir richtig durchstarten, müssen wir noch ein paar Kinderkrankheiten beseitigen, ein wenig am Konzept feilen“, erklärt Rischau. Anschließend soll es 2009 mit voller Kraft losgehen, 3-5 Eröffnungen pro Quartal sind anvisiert. Neben Berlin stehen dann auch ’Gorillas’ in Hamburg und anderen deutschen Großstädten auf der Agenda. „Im Laufe des Jahres 2010 sehe ich uns bei 30-40 Betrieben“, prognostiziert Rischau. Expandiert werden soll auch per Franchising. „Voraussichtlich machen wir den jeweiligen Pilot in einer Stadt samt Zentralküche selbst und vergeben dann Lizenzen für diverse Satelliten.“ www.gorilla-natuerlich.de


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