Expo Real

Grenzenloser Verdrängungswettbewerb

Auf dem internationalen Hotelimmobilienmarkt spielt derzeit in Großbritannien die Musik - sowohl bei den großen Einzel- als auch bei den Portfolio-Transaktionen. So hat Rezidor SAS auf der Insel neun Häuser von Queens Moat Houses übernommen. Dies wurde jüngst auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real bekannt gegeben. Die Hotelgesellschaft Rezidor wird die "Neuen" künftig unter der eigenen Marke Park Inn managen. Fast zum gleichen Zeitpunkt meldete das Londoner Maklerunternehmen Christie & Co., dass es mit der Vermarktung von elf Holiday-Inn-Hotels in Großbritannien beauftragt worden sei. Wesentlich ruhiger geht es im Vergleich dazu auf dem deutschen Hotelmarkt zu. Obwohl das Transaktionsvolumen hierzulande etwas angezogen habe, bleibe das Investment-Geschäft eher "lauwarm", teilte der CEO von Jones Lang LaSalle, Arthur de Haast, auf der Expo Real mit. "Die Global Player glauben nicht an den Zukunftsmarkt Deutschland." Dieser Ansicht ist Markus Keller, Vorstand der Dehag Hotel Service AG, der Muttergesellschaft von Best Western Deutschland. Trotzdem würden die großen Ketten mit ihren Marken den deutschen Markt besetzen, um ihre ausländischen Gäste nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Der Verdrängungswettbewerb kennt keine Grenzen. Deshalb springen die Branchenriesen auf so gut wie jedes Geschäft, das Rendite verspricht. Ein Ende der Expansion ist daher nicht in Sicht. Das bestätigten auf der Münchner Immobilienmesse die Vertreter von Rezidor, Marriott und ArabellaSheraton. Sie und ihre Mitkonkurrenten verfügen inzwischen über ein breit gefächertes Instrumentarium an Marken und decken damit mehrere Hotelkategorien ab. Tun sich Lücken im Portfolio auf, wird kurzerhand eine neue Marke kreiert. Jüngstes Beispiel: Starwood mit der Design-Marke "aloft". Und noch ein Trend wurde auf der Expo Real bestätigt: Immer mehr Hotelbetreibergesellschaften gehen dazu über, ihre Immobilien zu verkaufen.



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