Frankfurt am Main

Großprojekt in der Innenstadt

In Frankfurts Innenstadt plant der niederländische Immobilien- und Stadtentwickler MAB mit Hauptsitz in Den Haag unter dem Namen FrankfurtHochVier ein Immobilien-Großprojekt. MAB entwickelte gemeinsam mit dem Architektenteam KSP Engel und Zimmermann, Frankfurt am Main, und der Fuksas Associati S.r.l., Rom, ein Konzept, das an der Großen Eschenheimer Straße neben einem Hotel Nutzungen wie Einzelhandel, Büro, Freizeit und Wohnen zusammenführt. Die Bruttogeschossfläche des gesamten Projektes beläuft sich auf 115.000 qm (oberirdisch). Das Immobilienentwicklungsunternehmen MAB hat zur Realisierung von FrankfurtHochVier das 17.400 qm große Grundstück an der Zeil von der Deutschen Telekom gekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Investitionsvolumen beträgt rund 800 Mio. Euro ohne die Verkaufssumme des Grundstücks. 17.000 qm des Großprojektes fallen auf den Bereich Hotel und Wohnen, der im Bauteil C, dem Hotelturm am Thurn und Taxis Palais, angesiedelt ist. Der rund 90 m hohe Turm soll über 23 Geschosse verfügen. In den Geschossen sieben bis 19 sind 200 Hotelzimmer der Vier- bis Fünf-Sterne-Kategorie geplant. Die 20. bis 23. Etage soll für rund 2.500 qm Service-Appartements genutzt werden. In den unteren Geschossen werden Lobby, Veranstaltungs- sowie Restaurationsbereiche, Einzelhandel und Verwaltungseinheiten untergebracht. Mit der Vermarktung des Hotelturms ist Christoph Härle, Deutschland-Chef von Jones Lang LaSalle Hotels in München, betraut worden. Als Betreiber kommen laut Härle Unternehmen in Frage, die Hotels im oberen Qualitätssegment zu ihren Markenportfolios zählen. „Die Internationalität Frankfurts, aber auch der angedachte Business Mix im Gesamtkomplex macht im Prinzip eine internationale Marke unabdingbar“, erläutert Härle. Als USP des Hotels stellt der Immobilienprofi die einzigartige Lage inmitten der Frankfurter Innenstadt und der Einbindung in das Projekt FrankfurtHochVier heraus. Zudem erhalte der Hotelturm durch den Wiederaufbau des Palais Thurn und Taxis, der sich an das Hotel anschließen wird, eine „besondere Note“. Einen weiteren Vorteil sieht Härle in der Multifunktionalität aus gehobenem Einzelhandel, Hotel, Gastronomie, Freizeit, Kultur und Büro, wodurch das Hotel kein „Stand alone-Objekt“ werde, sondern sich „harmonisch in das Gesamtkonzept“ füge. „Dadurch wird die Hemmschwelle, das Hotel beziehungsweise die gastronomischen Einrichtungen wie Restaurant und Bar zu nutzen, quasi ausgeschaltet“, so Härle. Das Gesamtensemble wird aus vier Bauteilen mit horizontalen und vertikalen Verbindungen, mit Wegen, Parzellen und öffentlichen Plätzen auf mehreren Ebenen bestehen. Die Kombination von vier wesentlichen Aspekten soll zur Attraktivität des Projektes beitragen. Als ersten Punkt das Nutzungskonzept, das mit einem projekt- und standortspezifischen Angebotsmix sowohl Synergien schaffen soll als auch das unabhängige Bestehen voneinander beinhaltet; hinzu kommt das Erschließungskonzept von der größten Citygarage in Frankfurt über die zwei Erschließungsebenen bis zu einem System von Rolltreppen. Als Dritte spielt die Kombination von Geschichte, dem Thurn- und Taxis Palais, mit Moderne, den modernen Türmen und amorphen Flächen des Erlebniszentrums, eine zentrale Rolle. Den vierten Aspekt bildet die Herstellung neuer Stadtstrukturen und das Zusammenführen aller Nutzer in einer neuen Stadtmitte: vom wohnen über das Arbeiten, dem Essen bis hin zum Einkaufen. Die Optimierungsphase für den im Oktober 2002 empfohlenen städtebaulichen Rahmenplan des Architekturbüros KSP Engel und Zimmermann sowie für den Entwurf des Einzelhandelsbereichs von Massimiliano Fuksas ist bereits abgeschlossen. Das Verfahren für den Bebauungsplan läuft. Mit dem Bau soll im Juli 2004 begonnen werden. Die Eröffnung des Shoppingbereichs ist für 2006 geplant, die Türme sollen 2007 fertig gestellt sein. Die MAB-Gruppe hat sich auf die Entwicklung verdichteter Innenstadtprojekte spezialisiert und verfügt in diesem Bereich über eine 30-jährige Erfahrung. Mit dem Joint Venture Partner Bouwfonds Property Finance hat MAB bereits mehrere Projekte realisiert. Dazu zählen De Resident in Den Haag, das Amsterdamer Oosterdokseiland sowie das Projekt Domus in Paris. Im Hotelsegment hat die MAB-Gruppe in Deutschland bereits ein Vier-Sterne-Plus-Hotel mit 360 Zimmern an der Friedrichstraße in Berlin realisiert. Das Immobilien-Portfolio der Gruppe umfasst insgesamt 4,6 Mrd. Euro.

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