Berlin

Herzhaft gefüllte Germknödel machen 'häppie'

Glücklich machen will Neu-Gastronomin Uli Marschner ihre Gäste und so hat sie das Produkt, das sie in ihrem kleinen Laden im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg anbietet, folgerichtig 'Häppies' genannt. Die Eigenkreation erinnert stark an österreichische Germknödel, allerdings kommt die Füllung in den meisten Fällen herzhaft daher. Und anstatt als süße Nachspeise genießt man die Häppies im gleichnamigen Restaurant als sattmachende Hauptmahlzeit.
Irgendwann vor rund 3,5 Jahren hatte Werbetexterin Uli Marschner keine Lust mehr auf ihren Büro-Job. "Ich wollte meine Kreativität in eine andere Richtung lenken, meine eigene Herrin sein", erinnert sich die Jung-Unternehmerin. Auf die Kündigung folgte eine sechsmonatige Reise durch Asien mit dem Ziel, sich über die weiteren Zukunftspläne klar zu werden. "Aber die Knödel gingen mir nicht mehr aus dem Kopf!"

Ob durch Zufall oder Vorsehung - praktischerweise lernte Marschner unterwegs auch noch eine Köchin aus Neuseeland kennen, die plante, sich nach der Reise durch Fernost in der deutschen Hauptstadt niederzulassen - jedoch noch hie etwas von Germknödeln gehört hatte. Man tat sich zusammen, entwickelte die ersten Rezepte, die in der nun gemeinsamen Berliner Wohnung den Gästen ihres privaten Supper Clubs zum Testen serviert wurden.

Im Mai 2013 war es dann endlich so weit: In der Dunckerstraße öffnete das 'Häppies' seine Pforten - mit 12 Innen- und 9 Außenplätzen. Die Speisekarte wechselt ständig - je nachdem, welche neuen Rezeptideen Marschner und ihr Team gerade in die Tat umsetzen. Zweimal pro Woche werden ca. sechs Varianten frisch vor Ort produziert, eingefroren und bei Bedarf im Kombidämpfer regeneriert. "Eigentlich verkaufen sich alle gut", so die Gastronomin, die ihren 'Häppies' liebevolle Namen gibt wie 'Bärbel' (gefüllt mit Ziegenkäse und karamellisierten Walnüssen, dazu hausgemachter Rucola-Cashewnut-Pesto & Rosmarin-Cranberries), 'Ben' (mit Massaman Curry-Tofu gefüllt, Mango-Kokos-Soße & Erdnuss-Crumble on top) oder 'Finn' (mit Räucherlachs-Kapern-Frischkäse-Füllung, Honig-Senf-Soße und Dill-Croutons).

Zwei Häppies zum Sattwerden gibt es für 7,90 €, die Einzelportion kostet 4,80 €. "Manche schaffen auch drei", erzählt Marschner. Natürlich gibt es auch eine süße Variante, gefüllt mit Pflaumenmus und Ingwer sowie einer Vanillesoße und Mohn-Topping. "Zu meinen Gästen gehören auch einige Österreicher", freut sich Marschner. "Wenn sie zufrieden sind, macht mich das besonders glücklich."

Den Schritt in die Selbständigkeit hat sie nicht bereut, auch wenn die Umsätze erst langsam Fahrt aufnehmen. "Noch machen wir keine Werbung, haben viele Stammgäste und wachsen über Mundpropaganda." Auch die Medien sind schon auf das für die deutsche Gastro-Szene neue Produkt aufmerksam geworden und locken neue Besucher an.

Das Startkapital für ihr Häppies hat Marschner sich übrigens über eine Crowd Funding-Aktion besorgt. Je nach Höhe der Spende finden sich die Geldgeber im Laden wieder - zum Beispiel an der Wand, wo von einer befreundeten Designerin viele als Germknödel mit ihrer Lieblingsbeschäftigung verewigt wurden.

Obwohl das große Geld nicht im Vordergrund steht, sei eine Multiplikation des Konzepts irgendwann möglich. Aktuell sieht sich Marschner mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert: Weil sich Köchin Simone eigenen Projekten widmen will, braucht sie eine neue Köchin mit viel Lust auf Häppies.

www.facebook.com/Haeppies


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