IMF Lindau

Hochkarätiges Programm begeistert 210 Teilnehmer

Geballtes Know-how und jede Menge Inspirationen für die Zukunft bot die 22. Auflage des Internationalen Management-Forum (IMF) für Gemeinschaftsgastronomie und Catering in Lindau. Unter dem Motto „Trends erkennen – Zukunft gestalten“ kamen insgesamt 210 Teilnehmer aus sechs Ländern am 12. und 13. Juni in der Inselhalle am Bodensee zusammen.
 
Auf der Agenda standen die Megathemen Nachhaltigkeit, Fachkräftemangel, Mitarbeiterführung und digitale Revolution. Zum Auftakt präsentierte Burkart Schmid, Chefredakteur der gv-praxis, aktuelle Zahlen und Daten zur Eigen- und Fremdregie in Deutschland sowie zum Contract-Cateringmarkt in der Schweiz und Österreich. Was die drei Länder in der Disziplin Catering vereine, sei eine Marktsättigung im Kerngeschäft Business und Industry, resümierte der Branchenkenner. O-Ton Schmid: „Hier herrscht ein ordentlicher Verdrängungswettbewerb der Caterer untereinander.“ Dies sei ein Grund, warum nahezu alle Player im Markt ihr Portfolio in Richtung öffentlicher Gastronomie erweitern – auch, um die Kompetenz zu stärken. Nachhaltigkeit avanciert dabei in vielen Unternehmen zum Pflichtprogramm.
 
Doch wie geht man das Thema an? Antworten auf diese Fragen bot der Österreicher Felix Hnat, der anhand vieler Beispiele verdeutlichte, wie Küchenchefs das Klima schützen und gleichzeitig noch Geld sparen können. Das Studentenwerk Berlin beispielsweise hat seit April 2011 in allen 12 Mensen täglich ein bis zwei Klima-Essen im Angebot – ohne Fleisch. „Die Campusgastronomen sparen dadurch 15 Prozent an Treibhausgasen“, verdeutlichte der Umweltökonom. Sein Appell an die Teilnehmer: „Fleisch ja, aber nicht so große Portionen und nicht täglich.“ Dabei müssen die Vorteile einer klimafreundlichen Küche mit weniger Fleisch an die Gäste kommuniziert werden.
 
Wie moderne Kommunikation heute aussehen kann, demonstrierte Mathias Quetz von PACE Paparazzi Catering & Event in Berlin. Ausgezeichnet mit dem Axel-Bohl-Preis des Deutschen Institutes für Gemeinschaftsverpflegung navigierte er die Teilnehmer durch die digitale Revolution. „Jeder dritte Deutsche hat heute ein Smartfon und rund 70 Prozent sind ständig im Internet“, erklärte der Innovationsmanager. In Zukunft komme es deshalb darauf an, diese neuen Technologien geschickt für die Gästekommunikation und -bindung zu nutzen, sei es beim Beschwerdemanagement, bei der Speisenplangestaltung, beim Bezahlen oder durch die Einführung eines modernen Bonussystems. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte er am Beispiel der Paparazzi Restaurants des Axel-Springer-Konzerns in Berlin und München.
 
Gerhard Bruder, Gründer und Präsident des Institute of Culinary Art, nahm sich der Mega-Herausforderung Fachkräftemangel an und stellte vor, was heute ein modernes Human Capital Management ausmacht. Fakt ist: Schon heute haben viele GV-Betriebe Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Bruder: „Kliniken machen sich heute hübsch, um für die Bewerber attraktiv zu sein“. Dabei komme es in Zukunft insbesondere darauf an, Frauen, Migranten sowie ältere Mitarbeiter als neue Zielgruppen für die Branche zu begeistern und auszubilden.

Das Stichwort: Denn wer Mitarbeiter an sein Unternehmen langfristig binden möchte, benötigt ein gesundes Betriebsklima mit qualifizierten Führungskräften, die ihr Personal motivieren und im Unternehmen wachsen lassen. Doch wie sieht moderne Führung aus? Für Keynote-Speaker Frank Simmeth sind Respekt, Anerkennung und Wertschätzung die Schlüssel für eine erfolgreiche Führungskultur. „Wir müssen das emotionale in den Vordergrund stellen“, betonte der Personaltrainer. Statt plumpen kritisieren fordert er ein sachliches Feedback gemäß dem Motto: „Du bist ok, bloß Deine Leistung ist nicht akzeptabel“. Sein Credo: „Betrachten Sie ihre Kommunikation von außen und ändern Sie sie dann!“ 
 
Zum Finale der zweitägigen Veranstaltung präsentierte Gretel Weiß, ausgewiesene Kennerin der Profi-Gastronomie in Deutschland und Europa, Mega-Trends im Außer-Haus-Markt sowie erfolgreiche Konzepte und Produkte aus der Systemerwelt. Die meisten Mehrerlöse werden heute an den Schnittstellen zu Arbeit, Freizeit, Handel und Verkehr generiert, machte die Herausgeberin von gv-praxis und FoodService deutlich. Von Fast-Food und Take-away über Sportstadien und zurück. O-Ton Gretel Weiß: „Man isst,wo man ist.“


stats