Indien

Hot or not?

"Berlin im Indien-Fieber" meldete die Deutsche Presse Agentur im August. Und erklärte indisch zum neuen Trend - nicht nur musikalisch, sondern vor allem kulinarisch. Indikator: der im Telefonbuch dokumentierte Zuwachs an indischen Restaurants. Bei Experten in der deutschen Hauptstadt nachgefragt zeigt sich allerdings: Indien ist ein Thema, wenn es um (Kino-)Filme, Musik, Partys und Kleidung geht. Kulinarisch betrachtet kann von keinem neuen Mega-Trend die Rede sein - auch, wenn in manchen Clubs zu Bhangra-Rhythmen stilecht indisches Fingerfood gereicht wird. Für den Zuwachs an indischen Restaurants und Imbissen hat zum Beispiel Gastronom Stefan Schneck, Berlin, eine ganz einfache und einleuchtende Erklärung: "Indisches Essen kommt gut an, weil es exotisch, zum großen Teil auch vegetarisch ist - und für relativ wenig Geld satt macht." Das heißt, gut & günstig liegt voll im Trend bzw. trifft den Nerv der Stadt. Bundesweite Gastro-Hits waren in diesem Sommer wohl die Strandbars. Jedoch dürfte ihr Erfolg vor allem auf dem ‘Jahrhundertsommer‘ basieren und damit eine saisonal begrenzte Erscheinung sein. Der stärkste aktuelle Ethno-Einfluss ist Asien, insbesondere Thailand. Das ist nicht neu (bereits seit der zweiten Hälfte der 90er richtungsweisend), aber diese Strömung spiegelt sich heute immer stärker und differenzierter in den Rezepturen moderner Küchenrichtungen wider. Wohlgemerkt neben dem Mega-Trend Italienisch, der inzwischen allerdings so domestiziert ist, dass er nicht mehr als solcher wahrgenommen wird.




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