Studie

Hotellerie in Europa weiter im Aufwärtstrend

Die europäische Hotellerie hält der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums stand: Der durchschnittliche Netto-Logisumsatz pro Zimmer liegt im ersten Halbjahr 2001 bei 76 Euro, eine Steigerung von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Halbjahresergebnisse von 3.000 Hotels in Europa, die an dem Hotel Industry Benchmark Survey des internationalen Beratungs- und Prüfungsunternehmens Andersen teilgenommen haben, belegen: Den leicht rückläufigen Reiseverkehr und die geringere Nachfrage konnten Hotels mit Preissteigerungen ausgleichen. Auffallend in der aktuellen Andersen-Studie sind die unterschiedlichen Entwicklungen in den europäischen Hotelmärkten. In Südeuropa verzeichneten Hotelbetriebe in der ersten Jahreshälfte generell eine bessere Performance als ihre nordeuropäischen Pendants. Die Hotellerie in Paris, Rom, Mailand und Barcelona konnte mit zweistelligen Zuwachszahlen im durchschnittlichen Netto-Logisumsatz aufwarten, während in London und Amsterdam unterdurchschnittliche Zuwächse gemeldet wurden.

Die deutschen Hotels haben nach Ergebnissen der Studie mit insgesamt rund 85.000 Zimmern ein Plus von 4,4 Prozent im durchschnittlichen Netto-Logisumsatz pro Zimmer erwirtschaftet. Auch die Zimmerpreise konnten einen Anstieg von 5,6 Prozent verbuchen. Mit durchschnittlich 88 Euro pro Zimmer liegen die deutschen Hotels allerdings immer noch unter dem europäischen Niveau. Von den deutschen Großstädten konnten insbesondere München und Frankfurt mit einem Plus von 25 bzw. 13 Prozent aufgrund von Preissteigerungen deutlich zulegen.

Die zukünftige Entwicklung des europäischen Hotelmarktes betrachtet Andersen mit verhaltenen Optimismus. Aufgrund der sich verschlechternden Wirtschaftbedingungen sei auch von einem Rückgang in der Hotelnachfrage auszugehen. Wenn die Zimmerpreise konstant blieben, könnten zumindest bis Jahresende die Logisumsätze weitestgehend unbeeinträchtigt bleiben, schätzt das Beratungsunternehmen.
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