Terroranschläge in den USA

Hotellerie stark betroffen

Die Angst geht um... Nach dem Entsetzen über die Bilder aus New York und Washington sind nun auch die wirtschaftlichen Folgen erkennbar. Die Terroranschläge in den USA werden voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die nationale und internationale Hotellerie und die Tourismuswirtschaft haben. Es hagelt Stornierungen aus den USA, so dass sich bereits jetzt Umsatzverluste in Millionenhöhe abzeichnen. Wir haben Hoteliers nach ihren Befürchtungen und Erwartungen gefragt. Thomas Rupperti, Vorstand, A. Hartl Resort AG, Bad Griesbach "Die Beantwortung der Frage nach den Auswirkungen des fürchterlichen Terroranschlags in New York und Washington auf die internationale und nationale Tourismusindustrie fällt naturgemäß schwer. Hängt sie doch nach Überwindung des ersten Schocks stark ab von der Reaktion der Amerikaner und den darauf folgenden eventuellen Gegenreaktionen. Flüge werden weniger stark frequentiert werden. Alleine 40 Prozent der Amerikaner wollen einer aktuellen Umfrage nach in den kommenden Monaten Flugreisen vermeiden. Bisher fliegen jährlich 13 Mio US-Bürger nach Europa - davon 1/3 nach Italien - die Folgen liegen auf der Hand. Die Reaktionen der europäischen Fluggäste dürften nicht sehr viel anders aussehen. Das bedeutet in der Summe: zumindest in den nächsten Monaten stark spürbarer Rückgang im Flugtourismus und bei Geschäftsreisen - und somit im Städtetourismus. Im Urlaubsbereich im günstigsten Fall Verlagerung von Flugfrequenzen ins westliche Mittelmeer - in der Summe aber auch hier markante Rückgänge. Bedingt durch klimatische Gegebenheiten steht der Urlaubstourismus in Deutschland vor der ruhigeren Saison. Mit Ausnahme der Wintersportregionen - deren Hochsaison zu Weihnachten beginnt - werden die direkten Auswirkungen auf die deutsche Ferienhotellerie in der nächsten Zeit wohl nicht so gravierend sein. Ausnahme werden die Hotels bilden, die stark im Seminargeschäft engagiert sind - hier werden stagnative bzw. rezessive wirtschaftliche Tendenzen ihre Auswirkungen zeigen. Die wirtschaftliche Entwicklung generell wird in den kommenden Wochen und Monaten den Ausschlag geben für die weitere Entwicklung des internationalen und des Deutschland - Tourismus. Und diese wirtschaftliche Entwicklung wiederum ist abhängig von den weltpolitischen Szenarien der nächsten Zeit. Die Unternehmen des Hartl Life Resort werden im Vertrauen auf eine besonnene und den Weltfrieden nicht gefährdende Reaktion der Amerikaner in aller Konsequenz ihre Qualitätsoffensive weiter verfolgen und in den kommenden Wochen und Monaten ihr breites Spektrum an Urlaubsangeboten weiter ausbauen." Bernd Geyer, Geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes, Hotelverband Deutschland (IHA), Berlin "So schrecklich die Terroranschläge sind und so tragisch deren Konsequenzen für die unmittelbar Betroffenen, denen unser ganzes Mitgefühl gilt, die Welt muss und wird sich weiterdrehen. Wieder einmal erweist sich, dass der Tourismus auf solche Ereignisse hoch empfindlich reagiert. Veranstaltungen und Reisen werden abgesagt oder verschoben. Deshalb hat die Tourismuswirtschaft unter empfindlichen Einbußen zu leiden, auch in Deutschland. Frühere Ereignisse haben aber auch gezeigt, dass im Tourismus eine enorme Erholungskraft steckt, sobald sich die Verhältnisse normalisieren. Wir hoffen und erwarten daher, dass sich zunächst das Veranstaltungsgeschäft stabilisieren wird, später der Geschäftsreiseverkehr und zuletzt die Urlaubsreisen. Das aber setzt voraus, dass sich keine neuen Anschläge ereignen und eine eventuelle militärische Strafaktion sich nicht zu einem Flächenbrand ausweitet." Heike Fitzner, Direktorin, Lindner Hotel Landauer Tor, Pirmasens "Die Situation hier in Pirmasens, wahrscheinlich auch beeinflusst durch die Präsenz der Air Force und Army, ist immer noch sehr betroffen und angespannt. Alle Öffentlichen Aktivitäten (Stadtfest, Konzerte etc.) wurden in den vergangenen Tagen abgesagt. Über die zukünftig geplanten Aktivitäten will man kurzfristig entscheiden. Die Reaktion unserer Firmenkunden mit amerikanischen Mitarbeitern und Geschäftsbeziehungen zeigt sich so, dass alle Buchungen von amerikanischen, arabischen und kanadischen Gästen storniert wurden. Obwohl uns der Reisemarkt nicht ganz so stark berührt, wurden bisher alle den September betreffenden Buchungen von amerikanischen Gästen storniert. Denn obwohl wir ein kleines Haus mit nicht ganz so viel "Volumen" (27 Zimmer) sind, kann man auch hier eine Reaktion erkennen." Alexander Evers, Leiter Marketing & Verkauf, Maritim Hotel & Congress Centrum, Bremen "Auch die Mitarbeiter des Maritim Hotel Bremens haben die Anschläge in den USA tief bewegt und Entsetzen ausgelöst. Die Betroffenheit jedes einzelnen Mitarbeiters lässt sich spürbar in unserem Alltag wiederfinden. Ängste, Erwartungen und Meinungen werden täglich untereinander kommuniziert, man registriert eine deutliche Verbundenheit mit den Opfern und deren Angehörigen des brutalen Terroraktes. Wirtschaftlich gesehen, verzeichnen wir vereinzelte Stornierungen im Bereich Übernachtung sowie Absagen verschiedener Abendveranstaltungen mit festlichem Programm. Weitreichende Konsequenzen können wir zur Zeit nicht ersehen, rechnen jedoch je nach Verlauf der aktuellen Situation mit Ausfällen im Bereich der Beherbergung bzw. von Veranstaltungen. Seien Sie jedoch versichert, dass der emotionale Aspekt jedes einzelnen Mitarbeiters uns mehr als der wirtschaftliche Faktor bewegt." Harald M. Peters, General Manager, Maritim Hotel Frankfurt "Dass die Geschehnisse der letzten Woche und die unabsehbaren Folgen daraus schrecklich sind, steht außer Frage. Natürlich wird durch die Ereignisse die internationale Reisetätigkeit stark eingeschränkt werden - sowohl auf dem Business-Sektor als auch bei den Individualreisen. Gerade Frankfurt mit dem internationalen Flughafen - der die Stadt zu der viel zitierten "Drehscheibe" für Geschäfts- und Privatreisende macht - wird diese Entwicklung zu spüren bekommen, vielleicht noch stärker als andere deutsche oder europäische Städte. Auch das Maritim Hotel Frankfurt mit einem ausländischen Gästeanteil von über 60 Prozent wird davon nicht unberührt bleiben, obwohl wir nicht so stark vom US-amerikanischen Markt abhängig sind wie rein amerikanische Hotels. Ich gehe davon aus, dass wir keine größeren Umsatzeinbußen zu erwarten haben, auch deshalb, weil andere ausländische Märkte den Umsatzausfall kompensieren werden. Ich denke, dass sowohl Gäste als auch Mitarbeiter ein neues Sicherheitsgefühl entwickeln werden, d.h. mehr Wert und Achtung auf Sicherheit legen werden. Sicherheitsmaßnahmen werden erweitert und verstärkt werden müssen, um den in Bezug auf den Sicherheitsaspekt sensibler gewordenen Gästen und Mitarbeitern gerecht zu werden. Das Personal des Maritim Hotel Frankfurt kommt aus 36 verschiedenen Nationen, darunter sind natürlich viele Moslems. Damit es im Zuge der wahrscheinlich folgenden Ereignisse nicht zu Miss-Stimmigkeiten unter den Mitarbeitern kommt, ist es besonders wichtig, jetzt bei allen Mitarbeitern Verständnis durch Aufklärung zu schaffen." Michael Zehden, Geschäftsführender Gesellschafter, Albeck & Zehden Hotel Division, Berlin "Leider rechne ich mit großen Auswirkungen sowohl auf die deutsche als auch internationale Hotellerie bzw. Tourismuswirtschaft. Bereits in den vergangenen Tagen mussten viele Hotels, insbesondere die, die normalerweise auch internationale Gäste beherbergen bzw. Veranstaltungen mit internationalem Publikum durchführen, etliche Stornierungen hinnehmen. Auch sind bereits ganze Tour-Serien für das Jahr 2002 von amerikanischen Veranstaltern nach Berlin abgesagt worden. Des weiteren sind vereinzelte Flugverbindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland für die kommenden Monate gestrichen worden. Ich glaube nicht, dass nunmehr stornierte Geschäfte durch neue Märkte bzw. durch den Binnenmarkt kompensiert werden können. Trotz dieser auf uns zukommenden Einbußen sollte nicht das Wirtschaftliche im Vordergrund stehen. Vielmehr sollte in Tagen bzw. in Zeiten wie diesen an die Opfer und vor allem auch an deren Hinterbliebene gedacht werden, die ganz andere Verluste zu ertragen haben." Karl Nüser, Geschäftsführender Gesellschafter, Hotel Nassauer Hof, Wiesbaden "Entsetzt über die unglaublichen terroristischen Vorgänge in den USA müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir, aufgrund der daraus resultierenden großen Anzahl von Stornierungen, unsere Umsatzziele für die kommenden Monate neu zu definieren haben. Aus meiner Sicht ist nicht abzusehen, wie schnell sich der internationale Konferenzmarkt wieder erholt, und inwieweit bereits geplante Veranstaltungen zeitverschoben in den nächsten Monaten durchgeführt werden. Unter der Voraussetzung, dass sich die weltpolitische Bühne in der nahen Zukunft nicht noch dramatisch verändert, bin ich hoffnungsvoll, dass die entstandenen Umsatzausfälle wenigstens zum Teil wieder ausgeglichen werden können." Puneet Chhatwal, Director of Development Europe, Middle East & Africa, Country Inns & Suites By Carlson, Eschborn "In Amerika rechnet man mit einem RevPar-Rückgang von etwa 10 Prozent. Unsere Hotels in München, Wien und London haben über unsere Reservierungszentrale hauptsächlich Stornierungen bekommen. Diese Häuser haben normalerweise einen Buchungsanteil über das Reservierungssystem von 30 Prozent mit einer Rate, die 35 Prozent über der Zimmerdurchschnittsrate liegt. Mit Ausnahme der Top 10 Städte in Deutschland, sehe ich nur eine geringe Auswirkung der Anschläge - vorausgesetzt, dass keine weiteren Anschläge erfolgen." Hotelverband Deutschland, Berlin "Es sind nicht allein die Airlines, die unter den Auswirkungen des Anschlags auf Amerika leiden. Betroffen ist in erheblichem Umfang auch die Hotellerie. Nach einer Blitzumfrage des Hotelverbandes Deutschland (IHA) unter seinen Mitgliedern beträgt der wirtschaftliche Schaden eine Woche nach den Anschlägen bereits 50 Mio. DM durch Absagen von Veranstaltungen und Übernachtungen. Entsprechend sind auch die Erwartungen für die nächste Zukunft eingetrübt. Die gravierenden Umsatzrückgänge im Tourismus zeigen erneut, dass der Tourismus auf Krisenereignisse wie Terroranschläge hoch empfindlich reagiert. Veranstaltungen und Reisen werden abgesagt oder verschoben. Frühere Ereignisse haben aber auch gezeigt, dass im Tourismus eine enorme Erholungskraft steckt, sobald sich die Verhältnisse wieder normalisieren können. Der Hotelverband Deutschland erwartet daher, dass sich schon Anfang Oktober das Veranstaltungsgeschäft stabilisieren wird, später der Geschäftsreiseverkehr und zuletzt die Urlaubsreisen ausländischer Gäste." Christian Scheidt, Präsident der FBMA, Gastgeber Bad Hotel, Bad Teinach "Die Auswirkungen der Terroranschläge haben sich in unserem Hotel in Bad Teinach bedauerlicher Weise schon negativ durchgeschlagen. Als starkes F&B orientiertes Haus, waren direkt seit dem 11. September 2001 - Abendgeschäft - die Besuche rückläufig. Das a la carte-Geschäft ist bis heute rund 30 Prozent zurückgegangen. Durch die ungewisse Zukunft ist die weitere Entwicklung nicht absehbar. Im Logisbereich haben wir ein Stornovolumen für September von etwa 8 Prozent der gesamten Buchungen des Monats erhalten. Durch die Zusammenarbeit mit Banken, Versicherungen und international operierenden Firmen ist die weitere Entwicklung sehr schwer einzuschätzen. Auch um Oktober sind Stornos vorhanden. Moralisch bedingt sind wir gezwungen diese Ausfälle nicht zu berechnen. Bei drei größeren Banketten wurde das Rahmenprogramm massiv gekürzt, was noch folgt, wissen wir nicht. Durch die medienbedingte Berichterstattung sind die Besucherzahlen unseres Thermalbades bis zu 200 Besuchern pro Tag bis heute rückläufig. Insgesamt ist der Eindruck, dass die allgemeine Stimmung und der Konsum in unserem Ort sehr verhalten sind. Durch Telefonate mit Verbandskollegen ist gleiches festzustellen. Besonders betroffen ist die internationale Stadthotellerie. Auch dort ist die Entwicklung nicht absehbar. Unsere Erwartungen sind sehr gedämpft und erfüllen uns mit grroßer Sorge, dass weitere Umsätze wegbrechen. Mitarbeiter unseres Hauses haben Freunde und teilweise Familienangehörige in den Staaten. Verständnis und Solidarität für die USA sind sehr ausgeprägt. Wir alle hoffen sehr, dass kurzfristig ein hoffentlich bald einkehrender normaler Alltag die grausamen Ereignisse überwiegen lässt." Ernst-Friedrich von Kretschmann,Geschäftsführender Gesellschafter, Europäischen Hof, Heidelberg Nach dem verheerenden Terroranschlag auf das World Trade Center in New York und das PENTAGON in Washington können wir noch immer nicht die ganze menschenverachtende Brutalität der hierfür Verantwortlichen und ihres Handels verstehen, welche zum Tode Tausender Unschuldiger geführt hat. Das nicht Vorstellbare war jedoch leider vorhersehbar, bereits am 24. Dezember 1996 war ein Absturz einer in Algier entführten AIR FRANCE Passagiermaschine auf Paris geplant, bei der Zwischenlandung in Marseille zum Auftanken wurde die Maschine jedoch gestürmt und die 4 Terroristen erschossen. Tom Clancy beschreibt in seinem 1996 erschienen Erfolgsroman "Executive Orders/Befehl von oben" den Flugzeugabsturz einer von Terroristen gesteuerten Boeing 747 der JAPAN AIRLINES auf das Capitol in Washington, bei dem alle Führer der Legislative, der Exekutive und des Militärs bis auf wenige Ausnahmen getötet werden. Solche fundamentalistisch motivierten und pseudo-religiös legitimierten Handlungen sind in den demokratischen Rechtsstaaten dieser Welt nicht nachvollziehbar, man hat die Umsetzung dringend erforderlicher Vorsorgemaßnahmen verdrängt und muss jetzt die furchtbaren Folgen ertragen. Die sofortige zweitägige Sperrung des amerikanischen Luftraumes für alle Zivilflüge hat u.a. dazu geführt, daß erst einmal für vier Tage eine Flugreise über den Nordatlantik unmöglich geworden war. Zu diesem Zeitpunkt kamen Gäste in unseren Hotels nicht an, andere jedoch konnten nicht abreisen und kurzfristige gravierende Auswirkungen waren nicht unmittelbar feststellbar. Nach nunmehr über einer Woche seit Dienstag, den 11. September diesen Jahres zeigt es sich jedoch, daß die Folgen für den internationalen Tourismus kurzfristig, mittelfristig und wahrscheinlich auch langfristig uns vor erhebliche Probleme stellen werden. So sehr der Amerikaner zur Zeit eine Reise nach Europa vermeidet, so ähnlich reagiert der Europäer und storniert seine Flüge auf den nordamerikanischen Kontinent. Aber auch andere reisefreudige Nationen wie Japan sagen ihre Ferienreisen und Tagungsteilnahmen an internationalen Kongressen weltweit ab, die psychologisch bedingte Zurückhaltung scheint mit dem Abstand zu dem Terrorereignis oftmals noch zuzunehmen. Eine kurz- und mittelfristige Prognose ist somit zur Zeit überhaupt nicht möglich, weil die politischen und militärischen Auswirkungen aus heutiger Sicht gar nicht beurteilt werden können, obwohl die Rede von US-Präsident George W. Bush an die Nation am Abend des 20. September Hinweise auf vorgesehene Maßnahmen vermittelt. Befürchtet werden müssen kriegsähnliche Auseinandersetzungen mit dem Staat oder den Staaten, welche Terroristen Aufenthaltsrechte gewähren bzw. diese unterstützen und auf ihrem Territorium Ausbildungslager unterhalten. Die Folge könnten weitere terroristische Anschläge nicht nur in den Vereinigten Staaten sondern auch in anderen westlichen und fernöstlichen Industriestaaten mit demokratischen Regierungsformen sein, die Folgen wären langfristig verheerend. Für eine kleine Universitätsstadt wie Heidelberg und einem hier angesiedelten Luxushotel sind die Auswirkungen zwangsläufig überdurchschnittlich, der Ausländeranteil lag hier schon immer bei fast zwei Drittel aller Übernachtungen, wobei die Amerikaner das Hauptkontingent noch vor den Japanern stellten. Schon während der ersten 8 Monate diesen Jahres konnte der Zuwachs des Jahres 2000, bedingt durch besondere Auswirkungen wie die Weltausstellung in Hannover und die Festspiele in Oberammergau, nicht mehr erreicht werden. Bei den Rückgängen während der ersten 8 Monate wurde versucht, zumindest das Jahr 1999 nicht zu unterschreiten. Die jetzt täglich eingehenden Zimmerannullierungen, die sowohl Tagungs-, Geschäfts- und Ferienreisende betreffen, wie auch die Annullierung der entsprechenden Tagungen haben kurzfristig bereits seit dem 12. September zu Umsatzrückgängen von auflaufend allein für den Monat September von über 20 % geführt, obwohl die Auswirkungen erst Mitte des Monats eingesetzt haben. Dies betrifft sowohl Einzel- wie Gruppenreisende aber insbesondere auch fast alle internationalen Tagungen. Die Zimmerbelegung im Monat September von noch 83 % im Jahre 2000 wird dieses Jahr in unserem Hotel auf unter 60 % fallen. Der Umsatzrückgang beläuft sich bereits auf 50 % eines monatlichen Durchschnittsertrages. Allein die unter Verkaufsgesichtspunkten mögliche und flexible Preisgestaltung, d.h. die Rücknahme der veröffentlichten Konditionen im Internet, bei den GDS's und bei den Angeboten in den Hotelreservierungs-systemen wird wohl in den nächsten Wochen zur Routine in den meisten Hotels werden, obwohl eine Verbesserung für den Einzelnen hierdurch nicht sichergestellt werden kann, da alle Marktteilnehmer wohl entsprechend reagieren werden und die Nachfrage sich hierdurch nicht erhöht. Man versucht somit, eine Umverteilung zum eigenen Vorteil zu erreichen, profitieren wird hiervon allein der reisebereite Gast.Denn es ist bekanntlich nicht der Einkaufspreis sondern die eigene, psychologisch begründete Einstellung zu der jetzigen politischen und militärischen Situation, die das Handeln bestimmt. Somit wird der Abbau von Urlaubs- und Freitageansprüchen, das Nichtersetzen von ausscheidenden Mitarbeitern, das Streichen jeder Art von Überstunden und mögliche Kurzarbeitsanträge das Handeln der Hotelführungskräfte bestimmen, um Entlassungen zu vermeiden. Natürlich werden auch geplante Renovierungs- und Investitionsprogramme dem Sparstift zum Opfer fallen, soweit eine Ersatzbeschaffung nicht unbedingt erforderlich ist. Es bleibt somit nur zu hoffen, daß befürchtete kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den betroffenen Nationen und weitere terroristische Anschläge nicht zusätzlich sich auswirken auf die jetzt allgemein labile wirtschaftliche Lage, um ein weltweites Rezessions-Szenario nicht nur im Tourismus, der bekanntlich von einer positiven Allgemeinwirtschaftslage profitiert, zu vermeiden. Lesen Sie weitere Statements - Hier




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