USA

IPOs sind out, Private equity ist in

Der Gang an die Börse (initial public offering/IPO) war in der Vergangenheit das Ziel vieler aufstrebender Restaurant-Unternehmen in USA (aktuell über 100 börsennotierte Gastro-Player). Das hat sich in den letzten 2-3 Jahren geändert. Sehr viel stärker im Fokus sind heute Private equity-Deals, um wachstumsstarke Konzepte und ihr Management auf eine nächste Ebene zu bringen. Dahinter steht unter anderem auch, dass sich sehr viel Geld im Umlauf befindet, welches investiert werden will und Private equity-Fonds ihr Kapital arbeiten lassen müssen. Jüngstes Mega-Beispiel: die Akquisition von Dunkin’ Brands (3 Konzepte: Dunkin’ Donuts, Baskin Robbins und Togo’s) durch das Konsortium Bain Capital Partners, Thomas H. Lee Partners und The Carlyle Group. Die Übernahme Ende 2005 war mit 2,43 Mrd. Dollar der größte Deal in der Foodservice-History Nordamerikas. Insgesamt 40-50 potentielle Bieter waren an der Sache dran. 23 haben konkrete Angebote abgegeben und die finalen Verhandlungen fanden mit knapp 10 Interessenten statt. Verkäufer war der französische Konzern Pernod Richard, der die Foodservice Marken mit Allied Domecq erst wenige Monate vorher übernommen hatte. Man war an den Spirituosen-Marken interessiert, nicht aber am Gastro-Business und hat dann sofort auch den Weiterverkauf verkündet. Zur Strategie der meisten Restaurant-Käufer gehöre es, nie mehr als das 5- oder 6-fache der letztjährigen EBITDA zu bezahlen, außer es besteht da ein grandioses Wachstumspotential, so Raymond Zale, Senior Managing Director von FTI Capital Advisors. Im Falle von Dunkin’ Brands haben die neuen Besitzer nahezu das 12-fache bezahlt. Vielleicht zu viel! „Die Sache ist simpel. Momentan jagt das Geld die Chancen, nicht umgekehrt.“ Es sind einfach zu viele Milliarden im Umlauf. Insgesamt haben in den USA von Januar bis Oktober 2005, also in den 3 Quartalen vor dem Dunkin’ Deal, 45 Restaurant-Transaktionen stattgefunden. Sie stehen zusammen für einen Wert von 1,71 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: 2003 waren im selben Zeitraum für gastronomische Übernahmen 517 Mio. Dollar bezahlt worden. Also deutlich mehr als eine Verdreifachung. Dazu muss man auch wissen, dass selbst über dem großen Teich Restaurant-Engagements nicht zu den Top-Präferenzen der Finanzjongleure gehören. In anderen Branchen kann man schneller mehr Geld machen. Doch tendenziell haben sich die Verhältnisse in den letzten Jahren etwas verschoben – wie gesagt: Geld jagt Chancen. www.ipo.com



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