Exenberger

Imbiss mit Frankfurter Spezialitäten to go

Der Betriebstyp des Imbiss erlebt zur Zeit eine unerwartete Renaissance. Nicht nur die gute ’alte’ Bratwurst ist beliebt wie nie, für viele Gastronomen ist die schnelle, unkomplizierte und vertraute Küche auch ein Feld, in dem sie sich mit Bio-Offerten profilieren können. In Frankfurt beweist jetzt Kay Exenberger, dass das Thema Imbiss auch mit regionaler Küche funktioniert: Im April eröffnete der Gastronom, den Bewohnern des Ur-Frankfurter Stadtteils Sachsenhausen unter anderem durch die Apfelweinwirtschaften ’Schreiber Heyne’ und ’Feuerrädchen’ seit langem gut bekannt, das ’Exenberger’. In dem modern designten Imbiss gibt es weder Pommes frites noch Bratwurst, dafür aber all jene Frankfurter Spezialitäten, die die Hessen noch aus ihren Kindertagen kennen: Grüne Sauce, Kartoffelwurst, Nudeln mit Haschee und Sauerkrautauflauf. Alles zu imbisstauglichen Preisen zwischen 5,50 und 8,20 Euro für ein Hauptgericht und selbstverständlich frisch gekocht – nach den Original-Rezepten von Exenbergers Oma. Die relativ kleine Fläche (38 Sitzplätze innen) an der Textorstraße bot sich für einen Imbiss mit schnellem Stuhlumschlag an. „Ich komme nun einmal aus der regionalen Küche, deswegen wollte ich es mit ’gutbürgerlich to go’ unbedingt probieren“, sagt Exenberger. Daran, dass sie ihr Presskopf-Carpaccio oder das Frankfurter Schnitzel auch mit nach Hause oder ins Büro nehmen können, müssen sich die Gäste zwar noch gewöhnen – der Take-out-Anteil liegt zurzeit bei 10-15 % - aber mit täglich etwa 150 Essen (ca. 70 Gäste mittags, 60 am Abend, Durchschnittsbon 10-12 Euro) ist der Gastronom sehr zufrieden. „Die ursprüngliche Rechnung hieß mal: Wir brauchen 80 Essen am Tag für den break-even – bei einem relativ hohen Wareneinsatz von 35 % und Personalkosten von rd. 30 %. Jetzt verkaufen wir fast doppelt so viele.“ Und vielleicht geht ja sogar noch mehr: „Ich verspreche mir einiges davon, wenn demnächst die Frankfurter Rundschau gegenüber einzieht. Darüber hinaus gibt es viele Büros, ein Seniorenwohnheim und ein Schwimmbad in der Nähe.“ Erfolgreich angelaufen ist auch der Exenberger Catering Service. Unter anderem schätzt man seine Spezialitäten im Hauptquartier des DFB im Frankfurter Süden. Exenbergers Beobachtung: „Die Leute freuen sich riesig, wenn sie hier gebackene Blutwurst mit Kartoffelgemüse bekommen, das es sonst kaum irgendwo gibt. Und viele Menschen können die regionalen Schmankerln einfach nicht mehr selbst kochen.“ Um die Preise möglichst günstig zu halten, setzt er – ganz anders als die traditionellen Frankfurter Lokale - auf relativ kleine Portionen, „die anschließend kein schlechtes Gefühl aufkommen lassen.“ Das gilt übrigens auch für die Getränke: Neben dem obligatorischen Apfelwein gibt es unter anderem auch Kölsch – weil ein 0,2-l-Bier perfekt zum kleinen Imbiss passt! Wer nun bei diesem Angebot eine urige Kneipenatmosphäre erwartet, der irrt: Das Exenberger ist modern gestylt, der Tresen (Semi-Self-Service) glänzt schwarz gekachelt, an den blütenweißen Wänden verbinden Sinnsprüche zum Thema Essen die Tradition mit der Gegenwart. Alt und Jung sitzen – fast wie in der Schankwirtschaft – an massiven Gemeinschaftstischen. Nur die in der Ecke aufgereihten Bembel verraten, dass es hier um urtümliche Frankfurter Küche geht. „Wer Häkeldeckchen gemütlich findet“, meint Exenberger, „kämpft auch gern mit seinem Schnitzel statt es zu genießen. Dabei hat Genuss weniger etwas mit der Menge zu tun als mit der Qualität der Zutaten.“ Und die bezieht er ausschließlich von ausgewählten Bauern der Umgebung. Nachdem Exenberger Nummer 1 die Startphase gut überstanden hat, denkt der Gastronom schon über eine Multiplikation nach – übrigens nicht nur in Frankfurt: „Ich bin überzeugt: Wenn man die Basiskarte je nach Standort mit lokalen Spezialitäten ergänzt, funktioniert das Konzept des modern-regionalen Imbiss überall in Deutschland.“ www.exenberger-frankfurt.de


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