Kloster Andechs Gastronomie

Insolvenz und Brüder-Zwist

Im März erst hat man den 10. Andechser an den Start gebracht - im Ratskeller Wiesbaden, die Rede war damals von 3 Neueröffnungen jährlich und 100 Betrieben als Zielmarke. Jetzt steht das einzigartige Gastronomie-Engagement mit klösterlichem Hintergrund womöglich vor dem Ende: In der vergangenen Woche wurde für die Kloster Andechs Gastronomie AG das Insolvenzverfahren beantragt. Damit eskaliert, wie Insider wissen wollen, ein interner Streit um die wirtschaftlichen Aktivitäten des Klosters. Im Rahmen der Auseinandersetzungen hatte bereits Pater Anselm Bilgri, der ehemalige Prior des Klosters, seine Ämter als Verwalter niedergelegt und das Kloster verlassen.



Derweil soll einer der Haupt-Anteilseigner der Gastronomiegesellschaft, die zu 42 % der Klosterbrauerei gehört, gegen den Abt des Kloster als Aufsichtsratsvorsitzenden ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet haben. Dieser, so die Begründung, blockiere Entscheidungen, die die Wirtshausfamilie 'Der Andechser' retten könnten.



Die 1998 gegründete Franchise-Kette mit insgesamt rd. 220 Beschäftigten setzt auf zünftige Brotzeiten, bayerische Spezialitäten und sieben Sorten Andechser Bier vom Fass. Initiert hatte das Engagement seinerzeit der Star unter Deutschlands Mönchen: Pater Anselm. Mit Bier und Brot, Klosterkäse und süßem Senf wollte er das Kloster Andechs mitsamt dessen Brauerei und Landwirtschaft zu einem florierenden Wirtschaftsunternehmen machen. Die neue Klosterleitung beurteilt die finanzielle Situation der Andechser-Gastronomie offenbar so kritisch, dass man die Notbremse gezogen hat: Laut einer Mitteilung des Klosters soll die Gastronomie AG "mehr Geld ausgegeben als eingenommen" haben. Die Gegenseite plädiert für weitere Investitionen: Das System müsse, um sich rechnen zu lassen, die kritische Größe von 20 Gasthäusern erreichen.

www.andechs.de

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