GV-Umfrage

Investitionsklima steigt in 2004

In den Betrieben der Gemeinschaftsverpflegung ist für dieses Jahr ein verbessertes Investitionsklima zu erwarten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Branchenumfrage, die zum dritten Mal von Roland Berger Market Research exklusiv im Auftrag der Hamburg Messe anlässlich der Internorga erhoben wurde. Das aktuelle GV-Barometer zur Internorga 2004 wurde bis Mitte Dezember 2003 bei Entscheidungsträgern von mehr als 300 großen GV-Betrieben mit mindestens 500 warmen Essen pro Tag erhoben, davon 134 Betriebsrestaurants, 89 Krankenhäusern, Sanatorien und Reha-Kliniken sowie 80 Alten- und Seniorenheimen. Die wichtigste Botschaft: Mehr als 75 Prozent der befragten GV-Betriebe planen im Jahr 2004 Anschaffungen, zwei Drittel sogar größere Investitionen. Damit stieg die Zahl der Betriebe, die größere Investitionen planen, im Vergleich zum Vorjahr deutlich (2004: 66 %; 2003: 51 %). Dagegen sank die Zahl der Unternehmen, die keinerlei Anschaffungen vornehmen wollen, von 41 Prozent (2003) auf 23 Prozent. Moderat verbessert hat sich offensichtlich die Stimmung in den GV-Betrieben: Nur noch 21 Prozent der Befragten halten das Investitionsklima im eigenen Betrieb für "nicht so gut". Im Vorjahr äußerten sich so noch 25 Prozent der Befragten. Demnach hat sich die Stimmung in diesem wichtigen Zweig der deutschen Gastronomie wieder aufgehellt. Prof. Wolfgang Irrgang, Roland Berger Market Research: „Die Studie gibt erste Hinweise darauf, dass die Investitionsbereitschaft allmählich wieder steigt." Und weiter: „Es deutet sich ein zarter Stimmungsumschwung an. Der negative Trend ist gestoppt, die Menschen denken wieder verstärkt daran, zu investieren." Aufgabe und Chance der Internorga ist es nach Ansicht von Prof. Irrgang, "die sich andeutende Aufbruchstimmung zu nutzen und die Menschen davon zu überzeugen, dass sie Investitionen tätigen sollen." Das GV-Barometer verrät auch, in welchen Bereichen die Betriebe investieren wollen: Bei den Betriebsrestaurants sind es vor allem allgemeine Ausstattungen wie Geschirr oder Besteck (2004: 67 % der Befragten; 2003: 48 %), Ausstattungen zum Kochen wie beispielsweise Großkochanlagen, Herde oder Backöfen (33 % zu 31 %), Gastraumgestaltung und Inventar (32 % zu 23 %), Ausstattungen zur Warenpräsentation wie Vitrinen und Thekenanlagen (24 % zu 20 %) sowie Kassensysteme/Datenverarbeitung (24 % zu 11 %). Bei den Kliniken und Heimen stehen ebenfalls allgemeine Ausstattungen im Fokus (58 % zu 42 %), vor der Gastraumgestaltung (29 % zu 19 %), Speisetransport- und Serviersystemen (25 % zu 20 %) und der Warenpräsentation (24 % zu 18 %). Bei den Investitionen geht es nach Angaben der Befragten nicht zuletzt um den Einsatz moderner Zubereitungsmethoden wie Cook & Chill und Frontcooking, beides Themen, die sich offensichtlich immer stärker in der Gemeinschaftsverpflegung durchsetzen. Auch die weiter sinkenden Subventionen der Unternehmen für ihre ‚Kantinen‘ zwingen die GV-Macher zu mehr Kundenorientierung sowie rationellerer und Kosten sparender Zubereitung. Fazit: Trotz all der positiven Ergebnisse steht die Branche weiter unter Druck. Deutliches Signal: die innerhalb von drei Jahren gestiegene Zahl (2004: 37 % im Vergleich zu 2002: 25 %) von Unternehmen, die ihre Subventionen gesenkt haben. Folgen des Subventionsabbaus: Welche Maßnahmen ergriffen wurden: Personalabbau, keine Neueinstellungen 39 % Ausweichen auf Convenience-Produkte 21 % Rationalisierung 21 % Optimierung Materialeinsatz 18 % Umstrukturierung 12 % Externe Lieferung, Party Service 11 % Umsatzerhöhung 9 %

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