Junior-/Miniköche D

Jahresabschluss-Fest mit Galadinner

Als beeindruckende Gastgeber vor über 100 geladenen Eltern, Freunden und Unterstützern präsentierten sich Ende Juni rund 30 Kinder und Jugendliche der Junior-/Miniköche Deutschlands. Mit einem mehrgängigen Menü im Rahmen eines Galadinners im Steigenberger Hotel Bad Homburg, bei dem die jungen Nachwuchskräfte die Rolle der Köche und Service-Mitarbeiter bravourös meisterten, krönten sie unter dem Titel ’Sommerfest der guten Laune’ ihre zwei- bis dreijährige ’Ausbildungszeit’.
 
Das Prozedere des Festablaufes orientierte sich an der gelungenen Buffet-Organisation des Vorjahres, die nochmals optimiert wurde. An zwei bis vier Stationen präsentierten die jungen Köche im Foyer des Festsaales die Menüfolge: Kredenzt wurden neun Gerichte als Drei-Gang-Menü – dabei fand das Endfinishing mit Tellerdekoration direkt vor den Gästen statt. Bewundernswert waren die trotz zügiger Arbeitsweise gezeigte Ruhe und Sorgfalt, mit der die Mini- und Juniorköche die Gerichte portionierten, Teller bestückten und mit Blüten, Kräutern usw. dekorierten – alles scheinbar ungerührt der vielen Zuschauer, die ihnen genau auf die Finger schauten. Verständnisvollen Support – wo nötig – leistete den Jungtalenten eine ausgewählte Crew der Küchen- und Servicekräfte des Steigenberger Hotels unter Leitung des Küchenchefs Frank Haipeter, unterstützt von Restaurantleiterin Maike May und Junior Sous Chef Halis Pekin. Alle Drei zeigten sich begeistert vom Können und Engagement der jungen ’Kollegen’.

Um 17 h fiel der Startschuss für den Cocktailempfang: Captain Blaubär und Florida-Cocktail, beides alkoholfreie Drinks, bereiteten den eifrigen Jung-Barkeepern sichtlich Vergnügen. Auch die zum Service abgeordneten Minis und Junioren waren mit Spaß bei der Sache, allerdings stand vielen die Konzentration auf das richtige Ausbalancieren der Gläser-Tabletts deutlich ins Gesicht geschrieben. „Knapp zwei Tage Vorbereitung, den kompletten Samstagnachmittag und Sonntagvor- plus -nachmittag, haben unsere Nachwuchsköche investiert, um das Repertoire von vier Vor-, drei Haupt- und zwei Nachspeisen zu produzieren, das Foyer vorzubereiten und die 10er-Tische festlich zu dekorieren“, betonte Andreas Eggenwirth zur Begrüßung. Seit 2003 leitet er ehrenamtlich mit Unterstützung seiner Agentur gourmetConnect das Miniköche-Projekt.

Die Menükarte bot eine Auswahl der kulinarischen Highlights der letzten beiden Ausbildungsjahre.
Die Vorspeisen:
#o Kräuter-Lachs-Crêpes mit Schnittlauchcreme und Sommersalaten
#o Frankfurter Grüne Soße mit Wachteleiern
#o Domino von der Lachsforelle
#o Apfel-Kartoffelsuppe mit Frankfurter-Würstchen-Biskuit
Die Hauptgerichte:
#o Filetgeschnetzeltes vom Schwein mit Champignons und Äpfeln in Sahnesauce, dazu hausgemachte Spätzle
#o Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße
#o Poulardenbrust auf der Haut gebraten, Vanillemöhren, Vollkornnudeln von der Gitarre (ital. Zubereitungsgerät für Pasta)
Und die Desserts:
#o Panna Cotta mit Erdbeersauce
#o Tigerenten-Crêpe mit Schokoladenmousse und Orangenspalten an schwarz-rot-goldener Deko passend zur Fußball-EM.

Nahezu ohne den Support ihrer Mentoren und äußerst kompetent absolvierten die Juniorköche auch den Tisch-Service – selbst das Ausschenken der Weine gelang tadellos. Eine perfekte Gesamtleistung, die den abendlichen Unkostenbeitrag pro Gast zweifellos wert war: 53 € (17 € für Kinder unter 12 Jahre) exklusive Getränke am Tisch.
Dass neben den Hauptzielen des Kurses – Ernährungswissen, Tafelkultur und Geschmacksschule – auch das Ziel erreicht wurde, die gastronomische Leistung wertschätzen zu lernen, wurde deutlich als der kulinarische Part des Festes vorüber war. Die zur der Ehrung und Übergabe der Urkunden aufgerufenen Jungköche waren erkennbar glücklich, dass ihre Leistung gelungen war und honoriert wurde – und mancher wirkte dann doch erschöpft.

„Für alle Teilnehmer gibt es eine Urkunde und für besondere Leistungen, z.B. im freiwilligen Abschlusstest, übereichen wir Buch-Präsente oder Messer“, erklärte Kursleiter Eggenwirth und dankte gleichzeitig seinen Teamleitern sowie den Mitarbeitern des Steigenberger für ihre Unterstützung.

Einige Eckdaten zur Entstehungsgeschichte der Miniköche: 2003 entstand die Idee – als Wunsch gastronomie-affiner Eltern, die ihre Kinder gerne kulinarisch gefördert und geschult wissen wollten. Gedacht, getan. Bis 2005 lief der Frankfurter Miniköcheclub als Angebot für 6- bis10-Jährige in Kooperation mit den Europa-Juniorköchen von Jürgen Mädger im schwäbischen Bartholomä. Die Inhalte: Ernährungswissen, Tafelkultur und Kochkenntnisse. „Doch uns fehlte im Mädger-Konzept die Perspektive für die Jugendlichen, also stellten wir unseren Verein mit Hilfe der unterstützenden Sponsoren und Restaurants/Hotels auf eigene Füße“, erklärte Eggenwirth. Damit war der 1-jährige Kurs für die Juniorköche als Fortsetzung des 2-jährigen Miniköche-Lehrgangs aus der Taufe gehoben. Doch es soll eine Veränderung geben: Da es vielen Kindern und Eltern schwerfällt, sich für zwei Jahre festzulegen, soll der Mini-Köche-Kurs künftig in zwei 1-jährige Abschnitte getaktet werden und mit den Titeln Miniköche Commis (1. Jahr) sowie Miniköche Chef (2. Jahr) abschließen.

Beide Kurse finden im Vier-Wochenrhythmus samstags in den unterstützenden Restaurants und Hotels statt. Flankierend sorgen diverse Exkursionen zu Bauernhöfen und Erzeugerbetrieben sowie zur Slow-Food-Messe in Stuttgart für praxisnahen Input. Auf der Messe stellen alljährlich zwei Gruppen mit großem Erfolg ihr Können im Rahmen eines Kochwettbewerbs der AOK unter Beweis. „Und wir haben die positive Erfahrung gemacht, dass unsere Abschlüsse für Praktika in der Gastronomie und Hotellerie absolut förderlich sind – unsere Juniorköche werden super-gern genommen.“

www.juniorkoeche-deutschland.de

 

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