Asien

Jones Lang LaSalle geht von Hotelinvestitionen in Höhe von rund vier Mrd. Dollar aus

"Die bislang größte Einzelinvestition eines Fonds in der asiatischen Pazifikregion war kürzlich der Erwerb der Raffles Holdings in Singapur durch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Colony Capital für 1,01 Mrd. Dollar", sagt Scott Hetherington, Geschäftsführer Asien der Jones Lang LaSalle Hotels.



Der Besitzerwechsel der Raffles Nobelhotelgruppe war der wohl größte diesjährige Coup in der internationalen Hotellerie überhaupt. Aber auch sonst entpuppt sich 2005 als ein Rekordjahr des asiatischen Hotelinvestmentmarktes. Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich rund vier Mrd. Dollar umgesetzt. "Der starke Aufschwung der asiatischen Hauptwirtschaftszentren und das wachsende Verbrauchervertrauen schüren die Attraktivität der Region für Investoren", fährt Hetherington fort, "daher laufen heute in Asien schon drei von vier Hoteltransaktionen über große Fonds, insbesondere US Opportunity-Funds in Japan und Südostasien."



Neben dem Verkauf der renommierten Raffles Gruppe machten dieses Jahr noch andere Hoteltransaktionen Schlagzeilen, wie beispielsweise der Besitzerwechsel beim Sofitel Silom in Bangkok oder dem Crown Hotel an der Orchard Straße in Singapur. "Investoren aus aller Welt haben ein wachsendes Interesse an Asiens blühender Hotellerie", bestätigt Hetherington, "allerdings konzentrierten sich bisher die meisten Transaktionen auf Japan, wo japanische Fonds wie Simplex oder Ken Corporation die schärfsten Mitbewerber der US Opportunity-Funds sind." Neben den Fonds mischen in asiatischen Schlüsseldestinationen oft auch Hotelbetreiber mit, die durch Beteiligungen ihr Portfolio stärken wollen. Hotels im asiatischen Pazifikraum gelten heute als empfehlenswerte Investitionen, weil sie eine hohe Rendite versprechen. Für die Region gilt allgemein, dass die Nachfrage nach erstklassigen Hotelimmobilien immer noch größer ist als das Angebot.



Asiens Tourismusindustrie wächst dieses Jahr wieder sehr stark. Vor allem Metropolen wie Singapur, Bangkok, Hongkong, Peking und Schanghai ziehen Besucherströme aus aller Welt an.



"Der Tourismusaufschwung geht Hand in Hand mit neuen Hotelprojekten", erklärt Hetherington, "die zur Steigerung der Rendite vielfach mit Einkaufszentren oder Apartments kombiniert werden." Nach dieser Strickart baut beispielsweise der thailändische Hotelinvestor Grande Asset in Thailands Bademekka Pattaya den imposanten Glasturm The Sails. Der Nordflügel des Komplexes wird ein Nobelresort und im Südflügel werden Eigentumswohnungen eingerichtet.



In China wie Indien hat die Hotellerie ein hohes Wachstumspotenzial, da beide Ländergiganten einen immensen Bedarf an internationalen Hotels haben. Doch ausländische Hotelinvestitionen bleiben oft noch im Morast der Bürokratie stecken. Größere Erfolgschancen haben deshalb in beiden Ländern Joint Ventures.

Außer ihren Budgethotels Ibis beschränkt sich daher beispielsweise die Accor Gruppe in China und Indien aufs Hotelmanagement, während die Hotels meist in nationalem Besitz sind. "In China gab es bisher nur wenige Hoteltransaktionen", bedauert Hetherington, "obwohl die chinesische Regierung die Tourismusindustrie durch in- und ausländische Investitionen fördern will." Schließlich baut Peking gegenwärtig seine internationale Beherbergungskapazität im Hinblick auf die Sommerolympiade 2008 deutlich aus.

stats