Alcopop-Steuer

Jugendliche reduzieren Konsum

Seit Einführung der Sondersteuer vor einem Jahr haben Alcopops für Jugendliche ihren Reiz weitgehend verloren. Wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk mitteilte, kauft ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen keine spirituosenhaltigen Limonaden mehr. Ein weiteres Drittel habe den Konsum reduziert. Caspers-Merk wertete die Einführung der Sondersteuer als Erfolg. Opposition und Hersteller kritisierten, dass Jugendliche nun auf bier- und weinhaltige Mischgetränke umgestiegen seien. Sowohl an Häufigkeit als auch in der Menge sei der Alcopop-Konsum bei Jugendlichen zurückgegangen. Die Drogenbeauftragte beteuerte, dass Jugendliche nicht auf andere Alkoholika umgestiegen seien. Der Absatz der spirituosenhaltigen Süßgetränke brach laut Caspers-Merk um 65 % ein. Eine Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren ergab, dass vor der Einführung der Sondersteuer im August vergangenen Jahres 28 % mindestens einmal im Monat Alcopops tranken. Inzwischen sind es nur noch 16 %. Auch eine Untersuchung der Marktentwicklung ergab einen drastischen Nachfragerückgang. Der Alkoholkonsum pro Woche ist bei der fraglichen Altersgruppe von 43,9 g auf 35,7 g zurückgegangen. Alcopop-Getränkepulver spielt den Informationen zufolge eine zu vernachlässigende Rolle. Die Unions-Abgeordneten Gerlinde Kaupa und Jürgen Klimke bemängelten, das Ergebnis täusche darüber hinweg, dass jugendliche Alkoholkonsumenten zum Teil auf wein- und bierbasierte Mixgetränke auswichen, die nicht von der Sondersteuer betroffen seien. Darauf verwies auch der Alkoholhersteller Bacardi. Er berief sich auf dieselbe Studie der BZgA, nach der in der Gruppe der zwölf- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen die getrunkene Menge bier- und weinhaltiger Mischgetränke von 3,9 g reinen Alkohols pro Woche auf 5,3 g gestiegen sei. Außerdem erklärte der Produzent unter Berufung auf die Marktforschung AC Nielsen, dass der Absatz von Weinmischgetränken seit August 2004 um 250 % zugenommen habe, von Biermischgetränken um 19 %. Auch das Unternehmen Diageo, (Johnny Walker, Smirnoff Vodka) bestätigte, dass der Absatz von bier- und weinhaltigen Mischgetränken um 11,1 Mio. l deutlich angestiegen sei, während der Absatz von Alcopops mit einem Minus von 16,5 Mio. l gegenüber dem Vorjahr eingebrochen sei.



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