Nordsee

Kamps steigt ein, Matthijsse geht

Heiner Kamps kommt zum Zuge: Am 29. September hat die die EU-Kommission in Brüssel die Übernahme der Nordsee durch den ehemaligen Großbäcker nach vierwöchiger Wettbewerbsprüfung ohne Auflagen genehmigt. Der freie Wettbewerb in der Branche werde mit der Transaktion nicht gefährdet. Damit ist der Verkauf des Unternehmens an Kamps und die weiteren Investoren, darunter der Molkereiunternehmer Theo Müller und die japanische Investmentfirma Nomura, perfekt.



Mit dem Ende der sogenannten ‚Closing Frist’ hat Heiner Kamps, wie von manchen Branchenkennern erwartet, ab 1. Oktober den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen. Der bisherige CEO Hans N.J. Matthijsse scheidet aus dem Unternehmen aus. Der neue Eigentümer äußerte sich lobend zur Leistung von Matthijsse: „Wir danken Herrn Matthijsse für seine hervorragende Arbeit, er hat die ersten Schritte in die richtige Richtung für die Nordsee gemacht.“ Wie es heißt, bleibt Matthijsse „dem Unternehmen und dem Management weiterhin freundschaftlich verbunden“.



Matthijsse hatte die Führung von Nordsee am 1. November 2003 übernommen, rund sechs Jahre nach der Übernahme der Company, vorher im Besitz von Unilever, durch die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners. Bei Apax zeigt man sich mit dem jetzigen Deal „sehr zufrieden“. Man übergebe ein Unternehmen mit viel Entwicklungspotenzial, heißt es in München. Seit dem Apax-Einstieg sei die Zahl der Betriebe um 100 gestiegen, Nordsee sei in neue Produktfelder eingestiegen, habe ein Franchise-Konzept entwickelt und den Marken-Relaunch auf den Weg gebracht.



Über den Kaufpreis des Unternehmens mit mehr als 400 Filialen bewahren die Beteiligten Stillschweigen. Wie berichtet, gehen Schätzungen von rd. 200 Mio. EUR aus – bei rd. 350 Mio. EUR Jahresumsatz der Fisch-Spezialisten. In Deutschland erreichten die Erlöse 2004 292 Mio. EUR – ein Minus von 1,7 %. Nordsee ist neben dem Heimatmarkt auch in Österreich, der Schweiz und in Osteuropa aktiv.



Heiner Kamps plant, so das Statement, in den nächsten Monaten die strategische Neuausrichtung von Nordsee weiter voranzutreiben und die bereits unter dem jetzt verabschiedeten CEO begonnene Modernisierung weiter zu verfolgen. Im Wachstums-Fokus dürften Auslands-Engagements künftig ebenso stehen wie Auf- und Ausbau neuer Vertriebskanäle – siehe erste Nordsee-Engagements in Tank & Rast-Betrieben, aber auch Pilotobjekte im LEH (Edeka, Tengelmann/Kaiser’s) mit gebrandeten Meeresbuffet-Modulen.



Kamps hatte sein Backunternehmen vor drei Jahren an die italienische Barilla-Gruppe verkauft und schon beim Poker um die Tank & Rast im vergangenen Herbst mitgeboten, damals machte der britische Finanzinvestor Terra das Rennen.

www.kamps-bhvg.de

www.nordsee.de

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