Ernährungsindustrie

Kauflaune stabil

Die deutsche Ernährungsindustrie erzielte im April 2009 einen Branchenumsatz von 12,8 Mrd. EUR, das entspricht einem nominalen Minus von 2,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit hebt sich die Branche deutlich vom gesamten verarbeitenden Gewerbe (–29,2 %) ab. Dies meldet der BVE in seinem aktuellen Konjunkturreport. Der private Inlandskonsum zeigt sich bislang robust. Ursächlich für die Kauflaune der Deutschen ist sicherlich auch die Preisentwicklung. Im Mai 2009 lagen die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 1,2 % niedriger als vor einem Jahr. Das ist der stärkste Preisrückgang seit November 2005. Die Unternehmen der Ernährungsindustrie beurteilen laut Ifo-Konjunkturtest die Geschäftslage und Nachfragesituation im Juni wieder etwas schlechter als noch in den beiden Vormonaten. Entscheidend für die inländische Konsumnachfrage ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Sollte die Arbeitslosenzahl wie von der OECD prognostiziert bis Ende 2010 von derzeit 3,5 Mio. auf 5,1 Mio. steigen, würde die Krise auch am privaten Inlandskonsum nicht vorbeigehen. Das Exportgeschäft hält sich mengenmäßig noch stabil. Im April 2009 wurden verarbeitete Lebensmittel im Wert von 3,0 Mrd. EUR ausgeführt; das entspricht rund 80 % der gesamten Agrar- und Ernährungsexporte Deutschlands. Nicht nur wichtige Drittlandsmärkte wie Russland gestalten sich zunehmend schwieriger, auch der Export in große EU-Mitgliedstaaten entwickelt sich aufgrund des Preisdrucks schwächer. Damit ist die Branche nach Jahren des Exportwachstums erstmals wieder mit stagnierenden Auslandsumsätzen konfrontiert. www.bve-online.de Redaktion food-service Inlandskonsum, Preisentwicklung, Ifo-Konjunkturtest, Arbeitsmarkt, OECD, Exportgeschäft, Lebensmittel


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