Deutsche Bahn

Kehrtwende bei Bordrestaurants?

Nicht nur in Sachen Preissystem hat die Deutsche Bahn einen Rückzieher gemacht. Wie aus dem Unternehmen verlautet, steht derzeit auch das gastronomische Konzept in den Zügen auf dem Prüfstand. Nicht bestätigen wollte man allerdings Zeitungsberichte, wonach die Bahn bereits konkrete Pläne zum Weiter- bzw. Wiederbetrieb der klassischen Bordrestaurants hegt. Erst im vergangenen Jahr waren (auf den meisten Intercity-Zügen sowie Zügen der jüngsten ICE-Generation) immer mehr Speisewagen verschwunden. Stattdessen: ein ausgebauter Am-Platz-Service in Kombination mit Bistrowagen, die vorwiegend Stehplätze sowie ein snack-geprägtes Angebot bereithielten. Die als bedarfsorientiert ausgelobte Strategie sollte gleichzeitig das notorisch verlustbringende Foodservice-Geschäft auf der Schiene sanieren. Für Speisewagen-Stammgästen - laut Erhebungen der Bahn zwar nur 5 % alle Reisenden - ein Komfort-Minuspunkt. Der gesamte "Service im Zug", bis dahin Sache der Bahn-Tochter Mitropa, war zum 1. Juli 2003 in den Geschäftsbereich Reise & Touristik des Mutterkonzerns eingegliedert worden. Zu den Hintergründen der aktuellen Bestandsaufnahme hält man sich seitens der Bahn bedeckt. Es kann allerdings als sicher gelten, dass die Abschaffung der Speisewagen dem Image der Bahn nicht dienlich war. Auch dürften die Umsatzrückgänge mit dem neu konzipierten Foodservice-Programm an Bord erheblich sein - schon in 2002 lag der Rückgang zum Vorjahr im zweistelligen Bereich. Ein Zusammenspiel von Attraktivität des Angebots, genereller Kaufzurückhaltung der (weniger gewordenen) Bahnnutzer sowie einer wachsenden Zahl komfortabler Snack-Mitnahmeoptionen in den Bahnhöfen. Unter dem neuen Vorstand Personenverkehr Karl-Friedrich Rausch soll die Foodservice-Strategie an Bord einer komplett neuen Bewertung unterzogen werden, Ergebnisse seien jedoch erst im Herbst zu erwarten. www.bahn.de



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