Forum für Prävention und Ernährung

Kinder-Kommunikation im Fokus

Neue Strategien in der Ernährungskommunikation bei Kindern und Jugendlichen standen kürzlich im Mittelpunkt des 2. Dortmunder Forums für Prävention und Ernährung, zu dem rund 200 Wissenschaftler, Lehrer, Erzieher und Unternehmensvertreter anreisten.
Die klassischen Kommunikationsmittel wie Broschüren, Beratung und Vorträge erreichen nur noch selten die Betroffenen. Umso wichtiger sind neue Kommunikationswege, um Übergewicht und Adipositas bereits im frühen Kindesalter vorzubeugen. Angeschoben wurde die Veranstaltung vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) gemeinsam mit dem Klinikum Dortmund gGmbH, der TU (Technischen Universität) Dortmund und der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund.
 
Kernbotschaften müssen auch Kinder aus bildungsfernen Schichten erreichen, da diese besonders häufig von Übergewicht und Adipositas betroffen sind. Die Tatsache, dass heute bereits 80 Prozent aller Kinder innerhalb von nur drei Tagen zuhause mindestens ein Fertigprodukt konsumieren, erfordert schnelle und nachhaltige Veränderungen in der Ernährungskommunikation. Doch wie viel Information ist gut und angebracht? Während es noch vor einigen Jahren undenkbar war, das Thema Ernährung jemals auf den Titelseiten seriöser Zeitungen zu sehen, ist es heute in der Spitzengruppe der Top-Themen angekommen.
 
Allerdings sind viele Verbraucher heute aufgrund der Komplexizität des Themas verunsichert und überfordert. Daher eignen sich insbesondere Kindertagesstätten und Schulen, um langfristige Verbesserungen zu erzielen. Hier können - unabhängig von der sozialen Herkunft - alle Kinder erreicht werden. Dabei müssen die Kleinen in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt werden. Ein wichtiger Ansprechpartner für die Eltern sind die Kinder- und Jugendärzte, die im Rahmen ihrer Vorsorgeuntersuchungen einen frühen und intensiven Kontakt zu Familien haben und individuell zur Kinderernährung beraten können.
 
Zudem sind gut vermittelbare Kernbotschaften wie „Stillen schützt vor Übergewicht“ nötig. Denn nach wie vor ist Stillen die beste und billigste Präventionsmöglichkeit vor Übergewicht und Adipositas. Aus wissenschaftlicher Sicht kommt dem einzelnen Lebensmittel in der Prävention ein stärkerer Stellenwert zu als einzelnen Nährstoffen.

Damit steht beim Thema Ernährung nicht mehr nur die Summe der Lebensmittelinhaltsstoffe im Mittelpunkt, sondern der essende Mensch in seinem Lebens und Ernährungsumfeld. Gebraucht werden lebensmittel- und mahlzeitenbezogene Empfehlungen für die Kinderernährung. Wie gut diese funktionieren können, zeigt ein Blick nach Dortmund: In der Dortmunder Gemeinschaftsverpflegung ist das optimiX-Konzept (optimierte Mischkost) des FKE gut angekommen. Dort werden seit 2011 bereits in 25 Schulen Mahlzeiten nach diesem Konzept eingeführt – mit einer didaktischen Begleitforschung. Einen ausführlichen Bericht finden interessierte Leser unter

www.fke-do-gmbh.de



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