Untersuchung in Sachsen-Anhalt

Kitaverpflegung ist optimierbar

Die meisten Mädchen und Jungen, die in Sachsen-Anhalt eine Kindertagesstätte besuchen, essen in Krippe oder Kindergarten auch zu Mittag. Eine im Auftrag der Landesvereinigung für Gesundheit (LVG) erarbeitete Studie zur Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards in Tageseinrichtungen für Kinder ergab unter anderem Optimierungsbedarf im Speisenangebot der Einrichtungen.
Laut der Studie werden in jeder zehnten Kita die Speisen vor Ort frisch zubereitet, die Mehrzahl der Einrichtungen aber werden durch externe Anbieter beliefert. Vielerorts seien noch Verbesserungen nötig sind, um die bei der Gestaltung der Mittagsverpflegung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vorgegebenen Qualitätsstandards zu erreichen, sagt LVG-Mitarbeiterin Melanie Nitschke.

Wie die Untersuchung weiter feststellte, wird in 80 Prozent der Kitas die maximale Warmhaltezeit der Speisen von drei Stunden eingehalten – in jeder fünften aber überschritten. „Das führt zu Nährstoffverlusten, einer unerwünschten Vermehrung von Mikroorganismus und Minderung der sensorischen Qualität“, mahnt die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung in Sachsen-Anhalt.

Positiv sei, dass in den meisten Einrichtungen das Mittagessen zu einem festen Zeitpunkt eingenommen wird, wobei in zwei Dritteln der Kitas die Kleinen ihre Teller selbst füllen. So können sie die Portionsgrößen ihrem Sättigungsgefühl anpassen. Zudem stünden Getreideprodukte und Kartoffeln ausreichend oft und Süßspeisen nicht zu häufig auf dem Speiseplan, wie LVG-Mitarbeiterin Nitschke mitteilte. Gut sei auch, dass es in den meisten Einrichtungen innerhalb von vier Wochen keine Wiederholung der Speisen gab. Allerdings komme noch viel zu häufig Fleisch, aber zu selten Fisch und Vollkornprodukte auf die Kinderteller. „Auch der Anteil an Obst und Rohkost Vollkornprodukten noch zu gering“, so Melanie Nitschke. Durch Optimierung der Speisenauswahl könnte das Angebot in den Einrichtungen erheblich verbessert werden, schätzt die Vernetzungsstelle.

Für die Untersuchung zur „Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder im Land Sachsen-Anhalt“ befragte die Ökotrophologin Katja Stops im Rahmen ihrer Bachelorarbeit rund 500 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Kitas des Landes. Jede dritte der befragten Einrichtungen beteiligte sich an der Evaluation. Landesweit gibt es rund 1.900 Kindertageseinrichtungen wie Krippen, Kindergärten und Horte.

http://www.lvg-lsa.de




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