Studie

Kliniken wollen Outsourcing forcieren

Die Stimmung unter den Topentscheidern des deutschen Gesundheitswesens aus 41 Krankenhäusern und 59 Krankenversicherungen ist von Pessimismus geprägt. Rund ein Drittel von ihnen glaubt, dass sich ihre Branche bis 2005 schlechter entwickelt als die übrige Wirtschaft. Nur jeder fünfte Krankenhausbetreiber erwartet, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren verbessert. Besondere Sorgen haben die großen Kliniken: 42 Prozent von ihnen glauben, dass ihre Branche hinter der Gesamtwirtschaft zurückbleibt. Die sind einige Ergebnisse einer Studie über die wirtschaftlichen Erwartungen deutscher Krankenhausbetreiber und ihrer Pläne, zusammengefasst im „Branchenkompass Gesundheitswesen“, erforscht von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut. Für die Studie wurden im Juni 2003 100 „Top-Entscheider“ zu ihren Investitionszielen und ihrer Marktpolitik bis 2005 befragt. Fast alle Führungsetagen wollen darüber hinaus zahlreiche nichtmedizinische Bereiche auslagern. Ganz oben auf der Liste der Bereiche, die die Verwaltungen großer Häuser nicht mehr selbst betreiben wollen, stehen mit knapp 70 Prozent die Wäschereien. Auch der Hol- und Bringservice (63 Prozent) und die Küche (50 Prozent) sollen bis 2005 vielfach in die Hände privater Betreiber übergehen. Fast unisono planen die Entscheider Einschnitte bei den Mitarbeitern:
  • Neun von zehn großen Kliniken wollen bis 2005 Stellen abbauen. In der Regel macht das Personal mit rund 70 Prozent den größten Teil der Kosten eines öffentlichen Hauses aus.
  • Daneben setzen die Kliniken auf die Optimierung von Logistik und IT-Struktur sowie auf eine stärkere Kostenkontrolle.
Die Privatkliniken sind der Studie zu Folge in weit größerem Maße zum Outsourcing bereit: Acht von zehn dieser Häuser wollen Bereiche auslagern, bei den öffentlichen Betreibern ist es nur die Hälfte. Durch Auslagerung lassen sich bis zu 30 Prozent der bisherigen Kosten sparen, so die Studie. Die Betriebsteile werden in der Regel in eigenständige Gesellschaften überführt. Die traditionell zersplitterte Organisationsstruktur der Krankenhäuser wird laut den Experten nicht mehr lange bestehen bleiben. Stattdessen erwarten sie, dass ähnliche klinische Leistungen verschiedener Häuser in Zentren zusammen gefasst werden. Die Studie „Branchenkompass Gesundheitswesen“ der Mummert Consulting AG und des F.A.Z.-Institutes ist für 75 Euro + MWSt erhältlich bei Mummert Consulting, Hans-Henny-Jahnn-Weg 29, 22085 Hamburg


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