Ausbildungsplatz-Offensive

Köche werben um Nachwuchs

Der Verband der Köche Deutschlands (VKD) hat mit seinem Fachausschuss Berufliche Aus- und Weiterbildung beschlossen, aktiver zu werden. "Wenn qualifizierte und leistungsbereite Jugendliche nach der Schule nicht zu uns kommen, dann gehen wir halt in die Schulen", sagt VKD-Präsident Reinhold Metz. "Als größter europäischer Kochverband mit 155 regionalen Zweigvereinen und über 14.000 Mitgliedern haben wir nicht nur eine gesellschaftliche Verantwortung, wir haben auch die Kraft und die Möglichkeiten etwas zu bewegen."

Um dem potenziellen Nachwuchs die Attraktivität des Kochberufs näher zu bringen, startet der VKD im Frühjahr dieses Jahres eine zweistufige, breit angelegte Ausbildungsplatz-Offensive. 1. Im ersten Schritt geht es laut Metz erst einmal darum, dass die Schüler eine genaue Vorstellung davon bekommen, was den Beruf des Kochs ausmacht, wie in einer Küche gearbeitet wird und was ein Koch können und leisten muss. "Das alles lässt sich natürlich theoretisch nur schwer vermitteln", erläutert Metz die Aktion. "Ob sich ein Jugendlicher zum Koch eignet und ob ihm der Beruf Spaß macht, ist nur dann feststellbar, wenn er den Küchenalltag hautnah in einer so genannten Schnupperlehre erlebt und dabei auch selbst einmal am Herd steht."

Aus diesem Grund fordern der VKD bzw. die regionalen Landesverbände und Zweigvereine alle gastronomischen Betriebe, Betriebsrestaurants und Krankenhausküchen in Deutschland auf, den Jugendlichen im Rahmen eines 14-tägigen Schulpraktikums ein Kochpraktikum zu ermöglichen. Die ermittelten Praktikumsplätze werden den Schulen von den Zweigvereinen und VKD-Verantwortlichen in der Region gemeldet. Gleichzeitig erhalten Lehrer, Eltern und Schüler von den Vereinen Informationsmaterial über das Berufsbild. Außerdem steht Ihnen ein kostenfreies, VKD-eigenes Video mit dem Titel "Koch - Ein Beruf mit Geschmack" zur Verfügung, das bei der VKD-Geschäftsstelle angefordert werden kann. "Die Betriebe können während des Praktikums bzw. der Schnupperlehre den Jugendlichen näher kennen lernen und so beurteilen, ob er sich für eine Ausbildung zum Koch eignet. Enttäuschungen aufgrund falscher Erwartungen sind so für beide Seiten von vornherein ausgeschlossen."

2. In einem zweiten Schritt will der Verband bei allen Betrieben um Lehrstellen werben. Auch diese Lehrstellenangebote werden an die Schulen weitergegeben. Das Konzept hat auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement überzeugt, der die Schirmherrschaft der VKD-Aktion übernimmt.
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