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Konsolidierung des Kaffeebar-Geschäftes erwartet

Wachstum wird es auch zukünftig geben - wenn auch ein weniger starkes als bislang. Das prognostiziert die britische Marktforschungsgesellschaft Mintel International. Nach einem Gründungsboom hätte inzwischen eine Konsolidierungsphase eingesetzt. Betrug das jährliche Wachstum im Kaffeebar-Segment in den zurück liegenden fünf Jahren im Mittel noch 58 %, so rechnen die Marktforscher für die Jahre 2003 und 2004 mit jeweils 14 % Wachstum für Ketten-Konzepte, also Marken-Kaffeebars. Diese Zahl deckt sich mit den Prognosen einer aktuellen Studie der britischen Unternehmensberatung Allegra Strategies. Vorreiter der Expansion in Großbritannien ist seit langem Starbucks. Die Kette hält einen Marktanteil von rund 25 %. Etwa gleich groß: Costa Coffee - eine Marke des britischen Gastronomiekonzerns Whitbread -, die bei derzeit rund 300 Betrieben nicht ganz so aggressiv wie Starbucks expandiert. Ein Fokus der Briten liegt mittlerweile auf Kooperationen: Beispielsweise liefert das Unternehmen bei jungen, servicelosen Fluggesellschaften Kaffee und Essbares für den Bordverkauf. Während die beiden großen Player die anstehende Auslese nach Meinung von Mintel überleben werden, ist dies bei einigen anderen nicht so sicher. Die drittgrößte Kette am Markt, Caffe Nero, die erst in jüngster Vergangenheit einen Großteil der Aroma-Betriebe von McDonald’s übernommen hat, hat sich kürzlich zudem mit einer Minderheit an Coffee Republic beteiligt. An der Börse wird spekuliert, dass Caffe Nero den Konkurrenten zu übernehmen trachtet. Finanziert wird Caffe Nero durch die Bank of Scotland. Für die nächsten 12 Monate sind monatlich mindestens 3-4 neue Eröffnungen geplant. Auch, wenn die Übernahme nicht zustande kommt, gibt es nach Meinung der Big Player am Markt keinen Zweifel, dass andere Zusammenschlüsse die Branche auf eine neue Basis stellen werden. Madisons Coffee wird dabei als ein weiterer Übernahme-Kandidat genannt. Interessiert am Einstieg ins Kaffeebar-Business sind inzwischen auch die sogenannten Sandwich-Shops à la Pret-a-Manger. Für sie liegt der Reiz darin, ihre eigenen Produkte in vorhandenen Kaffee-Bars zu verkaufen und damit die Gewinnsituation zu verbessern. Außerdem: Kaffee ist in britischen Kaffeebars alles andere als billig. Vielfach werden zwei bis drei Pfund je Tasse berechnet. Damit sind nach Analyse von Mintel bereits gewisse Grenzen für weiteres Wachstum gezogen. Hinzu kommt, dass es Konkurrenz am unteren Ende der Genre-Skala gibt. AMT Espresso (mit Standorten an Bahnhöfen) sei hier als ein Beispiel genannt. Um sich von diesen Billig-Anbietern abzusetzen, versuchen manche der großen Ketten inzwischen, ihre Standorte so umzugestalten, dass ‘Wohnzimmer-Atmosphäre‘ Einzug hält. Dazu gehören Sofas, niedrige Tische und Zeitschriften ebenso wie Grünpflanzen und Steckdosen für den privaten Laptop der Gäste. Genau diese Entwicklungsrichtung ist aber teuer. Für manch einen Anbieter zu teuer.



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