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Küchenchef im Weißen Haus

Ein ungewöhnliches Angebot für Küchenprofis flattert derzeit durch die US-amerikanischen Stellenmärkte: Vakant ist die Position des Chefkochs im Weißen Haus, nachdem Walter Scheib III nach elf Jahren treuen Dienstes am Präsidenten seinen Rückzug aus der kulinarischen Schaltzentrale der Macht bekannt gab, um sich neuen Herausforderungen zu widmen.



Laut Chicago Tribune müssen potenzielle Kandidaten ebenso in der Lage sein, simple Häppchen zu bereiten, falls den mächtigsten Mann der Welt einmal der kleine Hunger überkommt, wie auch erlesene Staatsempfänge für die wichtigsten Menschen der USA, wenn nicht der Welt, auszurichten. "Das Weiße Haus braucht einen flexiblen Küchenmeister, der alles einfach herbei zaubern kann, vom Sandwich - Präsident Bushs Lieblingsbelag ist Erdnussbutter mit Gelee - bis zu phantasievollen Menüs, die die Gaumen der monatlich bis zu 2.000 Teilnehmer an Empfängen und Banketten kitzeln", so das Blatt in seiner gestrigen Ausgabe.



Ebenfalls von entscheidender Bedeutung: eine gute Kenntnis der amerikanischen Küche und internationaler Essgewohnheiten. Belastbarkeit und Kreativität sind selbstverständlich. Scheib, ein Absolvent des renommierten Culinary Institute of America, wurde 1994 von Hilary Clinton engagiert, die nach Jahrzehnten französischer Cuisine wieder amerikanische Küche im Weißen Haus haben wollte. Den Geschmack der aktuellen First Lady Laura Bush schien der vor allem für seine regional amerikanische Ethno-Küche bekannte Scheib jedoch nicht befriedigen zu können. Anhaltende Differenzen führten jetzt zu seinem Abschied.



Wer auch immer den Job bekommt, kann sich glücklich schätzen: Zu Zeiten des Präsidenten Ulysses S. Grant bestand ein Abendessen im Weißen Haus aus 29 Gängen. Erst Jaqueline Kennedy reduzierte die Zahl auf vier - und dabei ist es bis heute geblieben.

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