Baden-Württemberg

Lage der Krankenhäuser "kritisch"

"Mit Budgetsteigerungen von 0,02 % wird die Minusrunde für die Krankenhäuser im kommenden Jahr nur mit einem winzigen Feigenblatt verdeckt", sagte der Verbandsdirektor der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Josef Siebig, zur gerade bekannt gewordenen Veränderungsrate der beitragspflichtigen Einnahmen in der Gesetzlichen Kranken-Versicherung (GKV) in Höhe von 0,02 %, die als eine Rechengröße der Krankenhausbudgets für 2004 maßgeblich ist. Aufgrund eines Abzugsbetrages des GKV-Modernisierungsgesetzes müssten die Krankenhäuser damit auf der Einnahmeseite mit einer Minusrunde rechnen.

Mittlerweile sei die Lage der Krankenhäuser verzweifelt, weil sich die negativen Finanzierungsmeldungen anhäuften. Mit Blick auf die erwarteten Kostensteigerungen von 3 % im kommenden Jahr, zusätzlichen höheren Kosten aufgrund des EuGH-Urteils zum Bereitschaftsdienst und dem drohenden Fördermittelentzug durch das Land öffne sich für die Krankenhäuser die Schere der Unterfinanzierung immer weiter.

Der Verbandsdirektor machte deutlich, dass den Krankenhäusern nichts anderes übrig bleiben wird, als drastische Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Diese würden bei einem Personalkostenanteil von ca. 68 % im Krankenhaus am Personal nicht spurlos vorüber gehen können, was sich unweigerlich auf die Versorgung der Patienten auswirken würde.

Um eine Versorgung auf dem heutigen Niveau zu erhalten und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben zu lassen, muss mehr Geld in das System. Nach Überzeugung der "Rürup-Kommission" kann die Finanzierung der GKV nur durch grundlegende Reformen nachhaltig gesichert werden. Trotz der Mahnungen der Expertenkommissionen wird die notwendige Reform bisher aber nur diskutiert und eine Umsetzung in die nächste Legislaturperiode verschoben. "Es ist nicht einzusehen, dass die Krankenhäuser diese Reformunwilligkeit oder auch -unfähigkeit ausbaden müssen", so Siebig.

stats