Europaweite Studie

Lange Arbeitszeiten erhöhen Krankheitsrisiko

Den Zusammenhang zwischen der Dauer von geleisteten Arbeitszeiten und dem körperlichen Wohlbefinden dokumentiert eine neue Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA): Je länger die Arbeitszeitdauer, desto höher das Risiko von gesundheitlichen Schäden. Die Untersuchung zeigt einen direkten Zusammenhang auf zwischen der Länge der Arbeitszeit und gesundheitlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden. Insbesondere Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeitmodelle und Schwere der Arbeit zeigten verstärkende Wirkung, ergab die Untersuchung, die in vier unabhängigen Befragungsrunden unter rund 50.000 Teilnehmern in Europa durchgeführt wurde. Bei den Ergebnissen handele es sich um den bislang umfassendsten Nachweis für den Zusammenhang zwischen wöchentlicher Arbeitsdauer und Gesundheitsdefiziten. Insbesondere körperliche Belastungen wie schweres Heben oder psychische Belastungen, wie viele Dinge gleichzeitig beachten zu müssen, bestimmten die Höhe der Beschwerden entscheidend mit. Besonders deutlich machen dies die beiden Umfragen aus Deutschland. Hier leidet unter den Beschäftigten mit Arbeitszeiten von mehr als 60 h pro Woche etwa jeder vierte Befragte unter Schlafbeschwerden. Von den Beschäftigten in Vollzeit (35-44 h) ist es immerhin jeder Fünfte. Besser geht es hingegen den Teilzeit-Beschäftigten: Hier klagt nur jeder zehnte Befragte (weniger als 19 Wochenarbeitsstunden) über Schlafstörungen und sonstigen Beschwerden. Auch eine Korrelation zwischen dem Alter der Berufstätigen, der Arbeitszeit und den gesundheitlichen Auswirkungen zeigte die Studie auf. Die meisten Beschwerden finden sich in der Gruppe der 40- bis 54-Jährigen. Jüngeren Beschäftigten unter 25 Jahren machen die Belastungen am wenigsten aus. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass in Diskussionen um die Flexibilisierung und Verlängerung der Arbeitszeit nicht nur auf die wirtschaftliche Komponente geachtet werden solle, sondern auch die gesundheitlichen und sozialen Effekte berücksichtigt werden sollten. www.baua.de Redaktion gv-praxis Lange Arbeitszeiten, krank, Studie, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA), europaweite Untersuchung

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