Hamburg

Leinen los für Eugen Blocks Brauhaus an den Landungsbrücken

Es brauchte über drei Jahre Bau- und Planungszeit plus 5 Mio. EUR Investitionen. Nun ist der unternehmerische Traum operative Realität: Am 23. April feierte Blockbräu an den Hamburger Landungsbrücken Eröffnung. Zum Soft Opening am Sonnabend zuvor kamen bereits 1.600 Gäste. Das für die Hansestadt einzigartige Konzept einer Gasthausbrauerei mit Hafenblick dürfte schon allein aufgrund der touristisch herausragenden Lage ein voller Erfolg werden. Geplant sind 4 Mio. € Nettoumsatz bis Ende dieses Jahres.

„Was ich mache, will ich gut machen, mit Leidenschaft und Gründlichkeit“, erklärte Steakhauspionier Eugen Block auf der feierlichen Eröffnung vor über 700 geladenen Gästen. Und so hat der Visionär und Perfektionist auch bei diesem langwierigen Projekt alles andere als gekleckert. Der prestigeträchtige Standort verdient allerdings auch den Aufwand: Bundesweit rangieren die Landungsbrücken in Sachen Touristenzulauf hinter dem Brandenburger Tor in Berlin auf Platz 2 und vor Schloss Neuschwanstein – mehr Lauffrequenz geht nicht.

Aber auch das lokale Publikum will Blockbräu-Geschäftsführerin Claudia Driver erklärtermaßen ansprechen: „Wir möchten die St.Pauli Landungsbrücken mit hochwertiger, entspannter Gastronomie wieder zu einem Lieblingsplatz der Hamburger machen.“ Im Mittelpunkt des Konzeptes steht das Blockbräu Pils, von Braumeister Thomas Hundt nach dem Vorbild bayrischer Klosterbiere süffig und mild angesetzt und in 0,25l-Gläsern an vier Bar-Stationen ausgeschenkt (2,30 €/Glas). Das Weizenbier als zweite Variante soll in diesen Tagen reif sein zum Anstich. 450.000 l beträgt die gesamte jährliche Braukapazität, täglich sind 1.000 l möglich.

Das Speisenangebot: rustikal und bieraffin mit norddeutschem Schwerpunkt zu volkstümlichen Preisen (Matjes als Vorspeise, Backfisch vom Goldbarsch, Beef Hamburger auf saisonalen Salaten). Zubereitet wird in drei offenen Küchen, verteilt auf 3 Sitzebenen. Insgesamt bietet der Betrieb rund 1.000 Gästen Platz: 250 im Erdgeschoss, 150 im 1. Obergeschoss sowie weitere 100 in einem Klubraum im 2. Obergeschoss. Auf der von innen und außen erreichbaren Dachterrasse mit traumhaftem Hafenblick können nochmals an die 500 Menschen unter flexiblen Sonnensegeln bewirtet werden. Beschäftigt werden rund 100 Mitarbeiter.

2008 hatte die Block-Gruppe nach zähem Ringen den Zuschlag für die vernachlässigte Immobilie bekommen, in der bis 2007 ein Pupasch-Betrieb untergebracht war. Viele bauliche Maßnahmen an dem denkmalgeschützten historischen Gebäude waren von Seiten der Hamburger Port Authority (HPA) und der Sprinckenhof AG als Vermieter notwendig. Dafür erinnert heute aber auch nichts mehr an das schummrige Ambiente der Pupasch-Zeit. Hell, licht und großzügig, aber dennoch stilvoll gemütlich – so präsentiert sich die 1909 erbaute Auswanderungshalle anno 2012.

Für die Hansestadt hat Blocks unternehmerisches Engagement an diesem herausragenden Platz großes Gewicht. Das verdeutlichte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz auf der Eröffnungsfeier: „Hier schlägt der Puls des Hafens, also auch der Stadt. Wer hier seine Adresse nimmt, geht eine große Verpflichtung ein.“ Eugen Block denkt sogar noch weiter - mit seinem Brauhaus will er auch dem Braugewerbe der Hansestadt wieder zu neuem altem Schwung verhelfen. Denn im späten Mittelalter galt die Elbstadt als 'Brauhaus der Hanse' mit 500 Brauereien – von denen heute eine knappe Handvoll übrg ist.

www.block-braeu.de


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