Dorint

Liquidität erneut gestärkt

Mit einer erneuten Kapitalerhöhung um 900.000 Euro auf 11,7 Mio. Euro stärkte die Dorint AG im Juni dieses Jahres ihre Liquidität. Die Gesellschaft, die sich im vergangenen Jahr auf Konsolidierungskurs befand, konnte 2004 ihren Umsatz um 5,2 Prozent auf 411,8 Mio. Euro steigern. Die Auslastung stieg um fast zwei Prozentpunkte, während der durchschnittliche Zimmerpreis in Folge leicht sank.

Die rasche Expansion von Dorint und die gleichzeitig wirtschaftlich schwierige Lage in Deutschland haben das Unternehmen seit 2000 in Schwierigkeiten gebracht. Mit dem französischen Hotelkonzern Accor an der Seite ist die Gesellschaft nun auf dem Weg, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Die neue Markenstrategie und die Repositionierung sind im vergangenen Jahr fast abgeschlossen worden. Belastet wurde die Liquiditätslage vor allem durch hohe Finanzierungsaufwendungen für die neuen Hotels, die unbefriedigenden Betriebsergebnisse in vielen Hotels und die Anlaufschwierigkeiten in einigen neuen Häusern wie in Paris und Amsterdam.

Die Dorint Gruppe (AG, Tochtergesellschaften und Management- und Franchiseverträge, bereinigt um die Neueröffnungen der letzten beiden Jahre) erzielte einen Umsatz von 534 Mio. Euro, also ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis von 496,8 Mio. Euro. Insgesamt gehören 95 Hotels in neun Ländern zur Gruppe. Der Konzern (die AG mit den 72 deutschen Pachtbetrieben und die 12 ausländischen Töchter) setzte 499,4 Mio. Euro (Vorjahr 464,2 Mio Euro/Plus 5,2 Prozent ) um und lieferte ein negatives Ergebnis von 31,8 Mio. Euro (Vorjahr 34,4 Mio Euro). Das Ergebnis der AG lag bei 27,7 Mio. Euro (2003: 29,1 Mio. Euro).

Auf der geringeren Zahl von Neueröffnungen basiert zum Teil die leicht gestiegene Auslastung, die in der Gruppe von 56,4 Prozent auf 58,4 Prozent zulegte. Der Zimmerdurchschnittspreis ging dagegen um 0,84 Prozent von 81,31 auf 80,63 Euro zurück. 54,2 Prozent des Umsatzes erzielt Dorint mit Logis und 34,5 Prozent mit F & B. Positiv entwickelten sich die Auslandsaktivitäten. Mehr als ein Sechstel des Konzernumsatzes wurden von den ausländischen Hotels erbracht. Hier spielte sicher eine Rolle, dass Ferienhotels zu den Gewinnern in der Branche gehören. Dorint setzt daher weiter auf die Nachfrage nach Ferienhotels im Vier-Sterne-Bereich. Bei den Geschäftshotels hat sich die allgemeine Zurückhaltung negativ bemerkbar gemacht. Das starke Geschäft mit dem Meeting fehle, so Vorstandsmitglied Dr. Michael Theim. Die Schere zwischen einer großen Nachfrage nach kleinen Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern und der nach Großveranstaltungen mit einer hohen Teilnehmerzahl klaffe weiter auseinander.

Die Preise sinken hier durch ein gewisses Überangebot. „Auch in den Städten wie zum Beispiel Berlin und Hamburg tobt ein Preiskampf. Hinzu kommt noch das Fehlen des wirtschaftlichen Aufschwungs. Wenn nur der Konjunkturmotor leicht anspringen würde mit dem bisher ausgebliebenen 1,5-Prozent-Inlands-Wachstum – was aber auch nach den Wahlen wohl nicht zu erwarten ist - dann ginge es besser.“

Dorint will 2005 den Konsolidierungskurs beibehalten und die Expansion stoppen. In diesem Jahr wird nur das InterContinental Düsseldorf mit Dorint eröffnet. Zur weiteren Ertragsstärkung ist ein Restrukturierungskonzept geplant. Man will versuchen, die Pachthöhe den Umsatzentwicklungen der jeweiligen Hotels anpassen zu lassen. „Für 2004 sind wir fast auf dem Business-Plan gelandet“, erklärte Dr. Theim. „Wir schätzen, dass die Nachfrage an den Standorten in Deutschland noch lange auf sich warten lassen wird.“
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