LaBaracca

Lübeck gestartet, Düsseldorf geschlossen, Konzept back to the roots

Ende November öffnete in Lübeck ein weiteres LaBaracca-Restaurant seine Pforten: Das Hotel Park Inn by Radisson ist der erste Franchisenehmer der italophilen, von Vapiano-Gründer Mark Korzilius erdachten Formel. Der Start im Weihnachtsgeschäft: weit über den Erwartungen. Fast zeitgleich musste allerdings das Restaurant an der Grafenberger Allee in Düsseldorf schließen. "Der Standort passte nicht zu unseren Bedürfnissen, konzeptionelle Fehlentscheidungen haben sich deshalb dort als besonders schädlich erwiesen", erklärt Hans-Bodo von Laffert (Sushi Factory), inzwischen Hauptgesellschafter der Kette, das Aus für den Standort nach eineinhalb Jahren.

Hinter den Kulissen von LaBaracca gab es in den vergangenen Monaten jede Menge Bewegung: Von Laffert hält jetzt die Mehrheit der Anteile an der übergeordneten Food Concepts Holding AG, Muttergesellschaft der operativ verantwortlichen Food Concepts Germany GmbH mit Sitz in München. Insgesamt sind rund zwei Dutzend Aktionäre beteiligt, darunter auch der italienische Industrie-Fonds CIR. Der Vorstand der AG wurde ausgetauscht, das kulinarische Konzept zweifach verändert und auch die Software für die e-Menus (Tablets, mit denen der Gast am Platz seine Speisen und Getränke direkt in der Küche ordert) wurde überarbeitet.

"Der frühere Vorstand hatte versucht, aus der zunächst im Casual-Segment angesiedelte Formel ein Fine-Dining-Konzept mit Preisen von bis zu 70 € für ein Gericht zu machen", erklärt von Laffert. "Das passte nicht zum Self-Ordering-Prinzip und hat viele Stammgäste verprellt. Die neue Zielgruppe war außerdem viel zu klein für ein tragfähiges Geschäft. In Düsseldorf kam die problematische Lage hinzu: zu wenig Laufkundschaft, zu wenig Büros, zu wenig Parkplätze. LaBaracca ist letztendlich mehr Nahversorger als Destination." Am Ende habe jedoch eine falsch installierte Lüftungslage zur Schließung des Standorts geführt.

In den bestehenden drei Restaurants in München, Hamburg und Lübeck wird der Schritt Richtung Fine Dining nun wieder zurückgedreht: "Das neue Food-Konzept bietet wieder deutlich geringere Preise, dafür größere Portionen", so von Laffert. "Viele Gäste haben nämlich die ursprüngliche Idee, mehrere kleine Gänge zu günstigen Preisen zu bestellen, um möglichst viele Gerichte ausprobieren zu können, nicht verstanden und sich über die zu geringen Mengen beschwert. Außerdem was das Konzept einfach zu service-intensiv." Dem soll nun mit mittleren Größen, die auch noch eine Vor- und eine Nachspeise erlauben, zu relativ niedrigen Preisen abgeholfen werden. Das Sortiment konzentriert sich auf die italienischen Klassiker Pizza, Pasta, Salat und Grillgerichte.

Mit dem neuen Konzept und modernisierten e-Menus legte der erste Franchise-Betrieb im Lübecker Park Inn-Hotel im Weihnachtsgeschäft einen fulminanten Start hin. Auch für die Standorte in München und Hamburg ist von Laffert optimistisch. "München liegt inzwischen wieder bei einem Monatsumsatz von 300.000 €. Hier war die Basis unserer Stammkundschaft groß genug, um den Ausflug in die Fine-Dining-Schiene abzufedern. In der Vorweihnachtszeit war dort kein Platz mehr zu bekommen. Jetzt werden die Monate Januar und Februar zeigen, ob sich das reguläre Geschäft dauerhaft erholt." In Kürze werde dort ebenfalls die neue Technik installiert, die übrigens pro Gerät mit nur noch rund einem Zehntel dessen zu Buche schlägt, was die ursprüngliche Ausstattung des Münchener Pilotstandorts im Mai 2010 gekostet hatte. 

Mit etwa halb so hohen Erlösen am Hamburger Standort in der Hafencity ist von Laffert ebenfalls zufrieden. "Leider ist die Umgebung immer noch eine Baustelle. Auch die Kostenstruktur, sprich: das Mietniveau, ist eine Herausforderung. Aber: Das Restaurant ist trotzdem fast profitabel." Es gehe darum, alte Kunden zurück zu gewinnen und ihnen zu vermitteln: Wir sind nicht  überkandidelt, sondern bodenständig.  

"Ich glaube an die Idee von LaBaracca", betont von Laffert. "Mark Korzilius hat mit dem Prototyp eine visionäre Idee umgesetzt, die inzwischen weltweit Nachahmer findet. Jetzt geht es darum, lange genug durchzuhalten." Das Interesse potentieller Franchisenehmer sei groß, dank der italienischen Partner reichen die Kontakte inzwischen bis nach Hongkong und in die USA. Und auch für Düsseldorf sei bereits ein geeigneter Kandidat gefunden, der auch in Köln und Bonn LaBaraccas eröffnen will. Die Location-Suche läuft.

www.labaracca.eu
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