Airport-Gastronomie

Luftraumsperrung brachte absolute Nachfrageflaute

Knapp eine Woche standen mehr als 300 Airports in Europa still – dies kostete nach Berechnung der Vereinigung Europäischer Flughäfen (ACI) rund 1,3 Mrd. EUR. Stark betroffen war auch die Gastronomie. Nachdem sich die Dinge wieder weitgehend normalisiert haben, lässt sich’s einfacher drüber reden – am Beispiel Frankfurter Flughafen.

Am Frankfurter Airport warteten viele Betriebe nach einem starken Kundenansturm an den ersten beiden Tagen, Donnerstag und Freitag letzter Woche, vergeblich auf Gäste und schlossen teilweise komplett von Samstag bis Montag. Tagelang hielt der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull und seine Aschewolke ganz Europa in Atem.

„Donnerstagabend vergangener Woche spitzte sich die Lage sukzessive zu. Da anfangs nur ein Teil der Flüge gestrichen wurde, bescherte dies den Gastronomen eine sensationell gute Nachfrage, im Transit- wie im Bereich Schengen – zumindest am Donnerstagabend“, berichtet Mark Hallstein, Gastronomie-Manager bei Fraport. Ab Freitag wurde dann die Komplettschließung des Luftraumes ausgerufen. Der Bereich Schengen wurde Freitagmittag geschlossen, da wurde es dann richtig schlimm, weil die Nachfrage mangels Passagieren gen Null ging. Andere Branchen wie Autovermieter und die Bahn verbuchten den Freitag als ihren besten Tag, weil alle gestrandeten Fluggäste auf alternative Beförderungsmittel umsteigen mussten.

Problematisch für alle, Gastronomen wie Fluggäste, waren die Zeitintervalle, in denen die Schließung verlängert wurde. Fast im 2-h-Rhythmus wurden die Hoffnungen genährt und zunichte gemacht, dass wieder Flüge freigegeben würden.

Ab Freitagabend wurde es für die Gastronomen total schwierig, so Hallstein, weil der Bereich Schengen leer stand und im Transitbereich von anfänglichen 5.500 Passagieren nur noch 1.500 übrig waren. Parallel bot die LSG als Hauptcaterer der Airlines kostenfreie Versorgung an, das senkte zusätzlich die Nachfrage in der Gastronomie.

„Zwar hatten unsere drei Konzepte Goethe-Bar, Cosi Asiate und Kuffler & Bucher-Restaurant geöffnet – allerdings nur mit Notbesetzung, denn Freitag bis Montag waren das absolute Desaster. Im Schnitt haben wir in dieser Woche nur den halben Tagesumsatz erzielt“, erklärt Ralf Schweighardt, Betriebsleiter Transitrestaurants bei Kuffler & Bucher. „Und das nur, weil der Donnerstagabend supergut lief und wir im Restaurant weit über die Öffnungszeiten bis nach Mitternacht Essen ausgegeben haben. Viele Airlines verteilten 15 EUR-Voucher an ihre Passagiere, die diese bei uns einlösten. Besonders schlimm war auch der Montag, weil die Lufthansa ihre Gäste selbst versorgt hat, das hat uns das Geschäft verdorben. Erst Mittwoch hat sich alles wieder einigermaßen normalisiert.“

Tobias Jäkel, der mit seinem Konzept der japanischen Nudelbar MoschMosch seit gut einem Jahr im Non-Schengen-Bereich am Terminal A vertreten ist, musste sogar von Samstagvormittag bis Sonntag komplett schließen. „Zum Glück konnten wir die Waren in unseren anderen Restaurants einsetzen, auch die Mitarbeiter konnten entweder andernorts beschäftigt werden oder bauten Überstunden ab“, erklärt der Konzept-Gründer, der den Fraport-Verantwortlichen ein dickes Lob für ihre Informations-Organisation ausspricht. Auch Jäkel bestätigt, dass es seit Mittwoch wieder angezogen hat.

Nicht nur die Gastronomen hoffen, dass sich die Lage in Deutschland nun wieder allmählich stabilisiert. Die Deutsche Flugsicherung gab den Flugbetrieb am Mittwochmorgen nach und nach an allen Flughäfen frei. An den verbleibenden fünf internationalen Airports wurden die Sperrungen um 11 h aufgehoben. Damit waren erstmals seit Freitag wieder an allen internationalen Flughäfen Starts und Landungen möglich.

Obwohl der deutsche Luftraum wieder komplett freigegeben ist, kann es noch einige Tage dauern, bis sich der Flugverkehr wieder normalisiert. Auch am Mittwoch mussten Passagiere weiter mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Flugstreichungen sind noch jederzeit möglich.

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